Von Hérge nach St. Catherine, oder die Essenz von Brüssel

Da waren wir also, im Zentrum von Europa (nicht im Herzen natürlich wie bei uns). Leider konnten wir das Verprechen mit der Schweizerfahne vor dem EU- Parlament nicht einlösen, das lag nicht auf unserem Weg. Dafür fanden wir zielsicher das Zentrum, Cathy am Steuer und Dave vor der Karte (GPS sind sooo überbewertet!) Tim und Struppi, Lucky Luke, Gaston, Spirou, Soda… sie alle sind Belgier! Vereint im Comicsmuseum in Brüssel. Mit der Metro fanden wir schnell dahin. Es hielt leider nicht ganz, was es versprach. Natürlich war es faszinierend einen original Lucky Luke zu lesen oder eine Skizze von Kaptain Haddock zu betrachten, aber für die Kinder gab das Museums zu wenig her. Da könnte man mehr draus machen. Dafür haben wir dann den halben Museumsshop leer gekauft (also vor allem Dave der jetzt fast kein Taschengeld mehr hat). Danach mit dem Tram zum grossen Park mit dem Königspalast, der zwar schon gross war aber nicht so schön, da zog der Spielplatz im Park schon mehr. Das Verkehrsnetz ist übrigens gut ausgebaut, nur das Rollmaterial, na ja, nie mit dem Kinderwagen nach Brüssel! Der Manneken Pis durfte auf unserem Rundgang nicht fehlen. Aber das Geschrei um diese kniehohe Figur, ich weiss nicht. Scheint der Bruder der Meerjungfrau von Kopenhagen zu sein, die ist etwas gleich klein. Noël fand sie trotzdem lustig, wir haben sie aber nicht nachgespielt. Beindruckend war der Ratshausplatz, wie in einer anderen Zeit kam sich vor. Ringsum fantastische Fassaden mit unendlich vielen Verzierungen. Der Reichtum vergangener Zeiten lässt sich nur erahnen. Vor der Heimfahrt drehten Anouk und Dave nochmals eine Runde mit der Metro, und kamen beim Place St. Catherine vorbei (wusste gar nicht, dass Catherine eine Heilige ist 🙂 Die U-Bahn hat Anouk sehr fasziniert, das hat sie von Papa…

Brüssel ist eine vielseitige Grossstadt, leider durch viele Neubauten (wegen der EU und so) verschandelt, zum Teil stehen riesige Bürokomplexe leer und verfallen. Aber immer wieder kann eine schöne Gasse oder eine lauschige Ecke entdecken. Das historische Zentrum beschränkt sich auf einen Platz, das sehr eindrücklich ist, aber Brugge gibt da natürlich mehr her. Die riesigen Häuser und die endlosen Häuserzeilen haben uns alle beeindruckt. Den Weg hinaus fanden wir übrigens auch wieder, ohne Probleme (GPS sind so, ach ihr wisst schon….)

Im Hafen von Zeebrugge

Wir haben uns zum ersten Mal getraut, mit dem Küstentram zu fahren. Die längste Strassenbahn der Welt, die alle Küstenorte in Belgien verbindet. Die Fahrpreise waren auch okay, wenn auch das Ticketsystem sehr umständlich ist: Anouk bekam ein Ticket hin und zurück. Cathy und ich je eines für die Hinfahrt. Dann nochmals zwei für zurück, die man dann entwerten musste. Beim Stempelautomat musste zusätzlich noch einmal die Anzahl Zonen angegeben werden. Fast so kompliziert wie die Verkehrsbetriebe Biel. Das Trassée der Bahn hat allerdings seine besten Tage schon hinter sich, zwischendurch hatte ich Angst, der Waggon springe aus der Schiene… In Zeebrugge sind wir eine Station zu weit gefahren, was aber nichts ausmachte, da wir die spektakulären Ziehbrücken sonst nicht gesehen hätten. Bei einem griechischen Restaurant assen wir zu Mittag. Ich habe den Eindruck, dass sich alle heimlich fragen, woher wir wohl kommen mögen. Französisch fragen und nachher dieser seltsame Dialekt. Übrigens, Els, die Frau von Corneel hatte in der Schweiz einen ziemlichen Schock. Sprachlich sonst sehr gewandt, hat sie angenommen, dass sie die Schweizer sofort verstehe. Beim ersten Mal im Bistro in Lyss hat sie dann aber kein Wort verstanden (umägäh gilt!) und fragte mich entsetzt am Telefon, was denn das für eine Sprache sei? Tja gäll, Bärndütsch äbä, aber s’chunnt eifach!! Wir machten anschliessend eine Hafenrundfahrt. Die riesigen Container- Anlagen, Fracht und Fährschiffe waren sehr eindrucksvoll. Da kamen wir alle nicht mehr aus dem Staunen heraus. Noel wollte sofort als Matrose anheuern. Leider gab es ausser am Anfang (mit romantischem Mövengekeife untermalt) keine weiteren Kommentare, was ich sehr schade fand. So einiges hätte mich noch genauer interessiert. Wenigstens fragte Anouk einem keine Löcher in den Bauch wie sonst. Am Abend machten wir noch einen Spaziergang am Meer. Selbst die Betonwüste sah im Abendlicht ein wenig freundlicher aus, und ehrlich gesagt, ist das Meer ja eigentlich überall schön.

Brügge sehen und sterben…?

Dies der Titel DES Films des Jahres 08. Sehr sehenswert, vorausgesetzt, man verfügt über schwarzen Humor. Der Hauptdarsteller des Films ist die Stadt Brügge, die bei mir den Ausschlag gab, nach Belgien in die Ferien zu fahren. Einst grosse Hafenstadt, stinkreich geworden mit dem Tuchhandel, dann wieder in Vergessenheit geraten und ein paar Jahrhunderte später wieder aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Dadurch hat sich das Mittelalterliche Stadtbild bis heute erhalten (das älteste Haus ist aus dem 13 Jh.). Verschlungene Kanäle und enge Gässchen, riesige Kirchen und Prunk und Protz vergangener Zeiten gab es zu bestaunen. Selbst Noel der ja soo gerne zu Fuss unterwegs ist, liess sich motivieren. Wir wurden nicht enttäuscht, wir alle waren angetan von der Kulisse und der Szenerie. Für einmal hat der Reiseführer nicht zuviel versprochen. Mit dem Zug angekommen (der Preis stimmte, der Rest, na ja. Ich weiss jetzt wenigstens, wo unsere Steuergelder hinfliessen, gell Moritz!) machten wir uns auf den Weg ins Zentrum. Mit Cathy’s Instinkt fanden wir eine Anlegestelle für die Kanalfahrten, worauf sich Noel schon lange freute. Ein Erlebnis, und noch anständig im Preis. Danach gings auf den Belfried, 356 Stufen hoch, die Anouk locker meisterte, im Gegensatz zum Papa. Die Aussicht oben war ein wenig enttäuschend, da vergittert. Das Highlight war der mechanische Antrieb der 75 Glocken für das Turmspiel, Noeël’s Lieblingsort. Nach der Zmittagspause gingen wir in die Basilika des heiligen Blutes, wo angeblich eine Phiole mit dem Blut Christi aufbewahrt wird. Man konnte sich anstellen, um die Reliquie zu berühren (und nachher etwas für das Gotteshaus „spenden“). Schwierig Anouk zu erklären, was eine Reliquie genau ist. An die Theologen unter uns, falls ihr gerade eine Erklärung auf Lager habt, nur zu! Noch schwerer zu erklären war, warum wir uns auch nicht anstellen. Wir haben stattdessen eine Kerze in der Basilika angezündet (an Hans, bitte auf der Karte vermerken). Danach sind wir in den Königin Astrid Park, wo es einen sehr schönen Spielplatz hatte, wo wir lange verweilten und die Kids sich austoben konnten. Mit schweren Beinen Richtung Bahnhof, wo Cathy alle Motivationskünste aufbringen musste, damit die Kinder bis zum Ende liefen. (Für Insider: Die Alkoven haben wir nicht gefunden…) Zum Schluss ein Zitat aus dem Film: „Doch, ich muss sagen, eine schöne Stadt, ich bin froh, dass ich sie sehen durfte!“ Dem können wir uns nur anschliessen.

Am Strand

Ich habe den Eindruck, dass das Strandleben in Belgien doch noch von Interesse wäre, es gibt nämlich auch hier ein paar Eigenheiten. Zuerst einmal die Strandpromenade von Blankenberge. Man muss wissen, das die 10 Mio Belgier und die vielen Touristen relativ wenig Strand zur Verfügung haben. Der Küstenstreifen ist somit eher knapp bemessen. So braucht es viele Unterbringungsmöglichkeiten, was zu einer hässlichen Betonwüste am Strand geführt hat. Es scheint, als hätten die Architekten einen Wettbewerb laufen, wer bei erhöhtem Alkoholgehalt noch ein Haus zeichnen kann. Flanieren ist somit nicht die optimale Tätigkeit an diesem Strand. Dafür ist der Sand sehr sauber (Hunde verboten, von denen hat es übrigens nicht so viele wie in Frankreich) und ziemlich breit, optimal zum baden. Es geht sehr lange, bis das Wasser tief wird, soweit sind wir noch nicht gekommen. Flut und Ebbe sind nicht zu unterschätzen (Für Insider: Tiedenhub immerhin 4m), heute konnten wir im letzten Moment unsere Badetücher retten (Hab mich noch gefragt, warum alle anderen so weit hinten liegen…). Ebenfalls wurden zwei unserer Sandburgen Opfer der Flut, was Anouk sehr spannend fand. Wenn es nicht windet, so wie heute, ist es angenehm warm bis heiss. Das Wasser eher kälter, aber wenn man mal drin ist gewöhnt man sich dran. Das Beste sind die Lifeguards. Der Strand hier gehört schiints zu den sichersten Europas. Mit dieser Armada von Baywatchern glaube ich das sogar. 2 Sitzen auf einem Türmli, einer beim Auto, 1-2 am Strand selber und dann noch ein Patrouillenboot, das alles pro Strandabschnitt. Man fühlt sich schon ein wenig wie an der WM in Südafrika, da sie alle mit Tröten ausgerüstet sind. Wehe, man schwimmt ein wenig zu fest links oder zu weit raus: Trööööööt! Falls immer noch keine Reaktion kommt, wird man mit dem Boot an das Ufer gedrängt. Laut dem Reiseführer sind sie die Besten Lifeguards wos je hät gits, und auch optisch kann man(n) und Frau sich nicht beklagen. Bevor der PC nun ausgeschaltet wird, schaut wohl jeder/jede auf Wikipedia nach, was ein Tiedenhub ist:-)

Belgium inside part I

Ich könnte jetzt über den schönen Strandtag schreiben, den Wind, die grossen Wellen und die Sonne. Das kennt ihr aber sicher schon, woher auch immer. So werde ich nun auf die bisher beobachteten Eigenheiten dieses für mich vorher unbekannten Landes eingehen. Die Autobahnen hatten wir schon, kommen wir zum zweiten typischen Eigenschaft, die dieses Land hat:

1.Die Sprache oder besser gesagt die Sprachen. In den Ardennen wurden wir mit schönstem Schulfranzösisch verwöhnt, da hätte sogar Xenia Hönig ihre Freude an mir bekommen! Soweit kein Problem, es hat auch niemand Englisch mit uns gesprochen (wie jeweils in Südfrankreich). Kaum waren wir über die Sprachgrenze, wurde es kompliziert. Flämisch lesen, okay, das kann man sich noch zusammenreimen. Reden keine Chance. So haben wir nun eine Wette laufen: Catherine beginnt jeweils auf Englisch, ich auf Französisch (wobei hier eine gewisse, mir bekannte Abneigung, gegenüber dem Französischen erkennbar ist). Bis jetzt ist es etwas 50:50, mit welcher Sprache man erfolgreicher ist. Das Dumme ist nur, wenn das Gegenüber fast perfekt Deutsch könnte… Nun ja, es ist auf jedenfall spannend. Die  Flämischen Ausdrücke sorgen regelmässig für Lacher, so heisst das Spital hier „Zieckenhujs“, was ja dem eigentlichen Sinn sehr nahe kommt:-), oder heute am Strand hat ein Vater seinen Sohn mit „gopfertori“ zusammengestaucht, soll man jemand sagen, berndeutsch sei nicht international!

2. Einkaufen: In dem von Corneel empfohlenen Laden waren wir heute einkaufen. Es übertraf meine schlimmsten Befürchtungen. Der Eingang hat knapp Platz für einen Einkaufswagen, der Laden selber überfüllt, die Schlangen bildeten sich quer durch den Laden, wie beim Weihnachtsverkauf. Im Innern ist der Spruch „Das Auge kauft mit!“ noch nicht so durchgedrungen, es sah aus wie an einer Armeeliquidation der somalischen Streitkräfte, düsteres Neonlicht, meterhohe Metallregale, verwirrende Anordnung und sehr sehr eng. Alle 1o Sekunden fährt ein Gabelstabler quer durch den Laden um die Gestelle aufzufüllen, an die sowiso niemand ran kommt.  Der Joker war der Gemüse – Früchte raum. Voll klimatisiert auf ca. -5 Grad, nach zehn Sekunden sind die Finger steif gefroren und unfähig, einen Beutel mit Gemüse zu füllen. So haben wir nur bereits abgepacktes Gemüse gekauft, dass dann doch wieder an der Kasse auf die Waage musste… Beim Fleisch hat es ein riesen Schaufenster, bei dem muss ein Bestellzettel ausgefüllt werden und irgendwann kann man es dann abholen. Convinience for you!! Wir gingen danach in den (laut Corneel) teureren Laden, der genau so eng und überfüllt war, dafür schöner und so teuer wie bei uns. Morgen gehen wir ins Carrefour, nämlech, gopfertori nochmals!!

On de straat

So gings denn nun gen Blankenberge, auf der belgischen Autobahn, die leider nur in der Nacht beleuchtet ist. 3 spurig geradeaus, so macht Autofahren spass. Ein weiterer Zwischenhalt legten wir in der wallonischen Hauptstadt Namur ein. Dort gab es eine grosse Festung zu besichtigen, auf der wir uns schnell verlaufen hatten. So gerne wollten wir doch auf den Spielplatz! Anouk hatte die rettende Idee, den Strassenzug zu nehmen (Bimmelbahn auf gut Flämisch) und so erreichten wir unser Ziel doch noch. Nach austoben und klettern nahmen wir wieder die Bahn nach unten, und sie da, sie hielt vor unserem Auto! So gings weiter bis an die Küste, das Haus und den Schlüssel hatten wir schnell gefunden und nahmen (3!) Etagen in Beschlag. Die Treppen sind ein wenig eng, sonst ist es sehr hübsch eingerichtet und hat einen sehr schönen Garten. Die Möbel sind fast alle von Ikea, man könnte meinen, man besuche einer dieser Modellwohnungen, die jeweils in der Ikea ausgestellt sind. Sehr sauber, nicht ganz so praktisch, aber sonst wirklich gut. Dem Meer mussten wir auch noch Hallo sagen (Anouk musste noch ins Wasser springen) und dann haben wir eben im „Super Quartz Shop“ den Adapter gefunden, der diese Zeilen erst ermöglicht, da wir unserern eigenen Laptop mitgenommen haben. Bis morgen!

Die Anreise

Also eigentlich fing es schon am Freitagabend im Brügg – Center an. Wir wollte noch letzte Dinge für die Reise einkaufen. Als ich noch einmal zum Auto ging, sah ich, dass es vorne rechts einen platten Reifen hatte. Die Migrol – Garage hatte eben zugemacht.. Aber sie waren so nett, und machten wegen uns noch Überstunden. Somit lief unser  Ford wie ein Uhrwerk in Richtung Belgien. Die Kinder waren sehr glücklich, dass es endlich losging (In 3 Minuten Intervallen seit dem Aufstehen fragten sie: Wann gehen wir endlich?). Wir kamen gut voran, um die Mittagszeit überquerten wir die belgische Grenze (oder das was seit Schengen noch davon übrig ist) und machten unseren ersten Halt in Rochefort in den Ardennen. Ein nettes kleines Dörfchen, unser Hotel war sehr schön altmodisch eingerichtet, ein einziges Brockenhaus. Zum Zvieri gabs natürlich Waffeln, die Waage wird sich bei meiner Ankunft zu Hause dann wohl lieber selbst zerstören wollen. Unser erster Eindruck ist überraschend gut, sauberer und freundlicher als in Frankreich und trotzdem ein eigener Stil. Wir sind gespannt was wir alles noch entdecken werden. Müde, aber zufrieden schliefen wir unsere erste Nacht im Königreich Belgien.

Homelink zum Zweiten!

Nach einigen technischen Schwierigkeiten haben wir es doch noch geschafft, unseren Blog weiterzuführen! An fast alles haben wir gedacht, aber nicht an den Adapter für das Stromnetz… Überall haben wir nachgefragt, niemand hatte einen. „Ca, j’ai jamais vue…“ war die Standartantwort. Am Abend gingen wir noch in die Stadt ins Zentrum, und dort, in so einem Touristen – Grümscheli Laden hatten sie einen, für 5 Euro!! Sachen gibts, nun denn. So sind wir nun hoffentlich regelmässig wieder online, freuen uns über nette Kommentare und interessierte Leser. tot ziens!

The Resumée

Well, nun sind wir schon seit zwei Tagen wieder zu Hause, da der Mensch ja ein Gewohnheitstier ist, kommt es uns vor als wären wir nie weg gewesen. Aber als ich gestern wieder mal einen Reel via MP3 im Auto hörte, bekam ich schrecklich Fernweh. Zeit also Bilanz zu ziehen, vor allem im Hinblick auf eine weitere Haustausch Tätigkeit. Um das ganze ein wenig zu trennen, habe ich es ein wenig aufgeteilt, damit es auch ein wenig wie ein Lernbericht aussieht (Noten von 1-6) 🙂

Schottland an sich: Eine Wundertüte deren Inhalt absolut süchtig macht, sehr vielseitig und abwechslungsreich. Wenn man sich ein wenig für Geschichte interessiert absolut genial, sonst hat aber auch die Landschaft sehr viel zu bieten. Ich ginge morgen schon wieder. Abzug gibts eine halbe Note für das Wetter, aber wenn man sich darauf einstellt und die richtigen Kleider mitnimmt, kein Problem. 10 min später ist es jeweils schon wieder anders. 5.5

Geld: Lebenskosten haben wir gefunden sind in etwa gleich, auch die Qualität der Lebensmittel (Gemüse kommt ja auch aus Marokko). Ohne Haustausch hätten wir uns das aber sicher nicht leisten können, da Mitwagen (ohne Auto gehts nicht) und Hotels sehr teuer sind. Ebenfalls sehr ins Geld gehen alle Eintritte, von denen die meisten aber ihr Geld wert waren (ausser Loch Ness und der Deer Park). Das wussten wir zum Glück im Voraus und so reute es uns auch nicht, man will ja schliesslich auch was sehen. Dank den Geheimtipps von Emma fanden wir aber auch Dinge, die nichts oder sehr wenig kosteten, die waren wirklich Gold wert. Eine Note Abzug für die Loch Ness Monster Ausstellung und das sauteure Benzin (2,60 Fr der Liter Bleifrei..) und das die Kinder meistens schon ab 3 zahlen nochmals eine halbe Note 4.5

Verkehr: Very relaxed, fast niemand hupt, fast alle haben Geduld. Wenn man mal auf der falschen Seite fährt wird man freundlich nach links rüber gewunken. Strassen sind nummeriert was sehr praktisch ist. Single Road Tracks waren ein Abenteuer, ging aber ganz gut. Zug ist auch ziemlich teuer (fast wie bei uns) aber praktisch, Bus fahren nur im Notfall. Vorwärts kommt man ohne Autobahn leider nicht so schnell, da haben wir uns in den Zeiten ziemlich verschätzt. Abzug gibts für den Park and Ride Bus und die Busbetriebe Lothian 5.5

Familienfreundlich: Schon besprochen. Es war sicher für uns auch ein grosses Plus, dass sich unsere Kids so begeistern liessen und (fast) alles mitgemacht haben. Sonst ist für den Plan B meistens ein cooler Spielplatz in der Nähe. Vieles haben wir ein wenig im Schnellzugtempo gesehen, ist also sicher ein Grund diese Insel nochmals zu besuchen. Da gebe ich eine für mich Anfangs überraschende 6

Sehenswürdigkeiten: Da weiss man nicht wo beginnen. Es hat sicher für jeden was dabei, wobei die Schwerpunkte schon Geschichte und Landschaft sind. Wem beides nichts sagt, der sucht sich lieber einen anderen Ort für Ferien. Meine Topfavoriten: Loch Leven Castle, Tantallon Castle, Iona, Schottische Parlament, Jugi im Carbisdale Castle, St. Andrews, Falkirk Wheel, Culloden Battle Memorium und die mid- Highlands. Bei all dem kann ich nur eine 6 geben

Essen: Ich will es mal so ausdrücken: Wenn man selber kocht und die eigenen Gewürze mitnimmt ist es kein Problem, (v.a. Aromat!). Auswärts, na ja. Emma fand es bereits in der Raststätte La Cote wahnsinnig gut, das sagt ja schon alles.. 3.5

Haustausch: Ein Wagnis das sich gelohnt hat! Wir hatten sicher auch Glück, das die Chalmers so unkompliziert und flexibel waren. Niemand hat geschaut, wieviele Joghurts im Kühlschrank waren zu Beginn, am Schluss ging alles wieder plus minus auf. Auf die Details kommt es sicher auch an, das alles gut klappt (z.B. der richtige Kindersitz im Auto). Es war sicher mehr als normale Ferien, den Komfort eines richtigen Hauses (mit ADSL, zwei Badezimmern, riesen Spielzimmer mit Spielsachen) während 2 Wochen zu geniessen war schon genial. Und man fühlte sich weniger als Tourist sondern mehr als Einheimischer und lernte auch die Lebensart kennen. Der Kontakt zu den Chalmers hat mich auch sehr gefreut und auch unsere Nachbarn hatten ihre helle Freude an Ihnen. Die Geheimtipps waren unbezahlbar und dass man im Voraus schon wusste wo einkaufen, wie kommt man am besten in die Stadt, wo ist der nächste Arzt, was tut man bei schlechtem Wetter usw., alles war schon klar. Sparte viel Zeit und man konnte sich aufs Wesentliche konzentrieren. Eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte und ein Kontakt, der sich (hoffentlich) auch mal im real Life und nicht nur durch Glasscheiben oder via Email fortsetzt. Wir haben es sicher gut getroffen und es war im Voraus ein rechter Aufwand, hat sich aber um ein Vielfaches ausbezahlt, wir bezeichnen uns nun definitiv als „Homelinker“. 6

Soli, nun bleibt nur noch ein grosses Thank you fürs Mitlesen/ schreiben und Mitinteressieren und ich hoffe, dass ich bald die Fotos online kriege. Bye bye!

21. Juli Feels like home..

Da sind wir nun wieder, an der Aarbergstrasse 64e. Die Rueckreise und der Flug gingen ohne Probleme, alles klappte prima. Auf dem Rollband fuer die Koffer durften die Plueschnessies mitfahren, um die Wartezeit zu ueberbruecken, ach ja, meine Tastatur hat ja wieder ein ü, gerade noch einmal üüü! Noël und Anouk hatten riesen Spass daran, und als alle ihre Koffer hatten machten sie sogar eine ganze Runde. Das Auto war am beschriebenen Ort, den mir Emma zuvor per sms mitgeteilt hatte. Das normale Parking Ticket kostete nur 5 CHF, was doch einen erheblichen Unterschied macht. Die ersten Meter mit unserem Auto waren wieder eine ziemliche Gewöhnungssache, die Kupplung war so streng, Papa hat sich den Kopf angeschlagen, so wenig Platz und dann noch rechts fahren.. Auf der Autobahn haben wir ein paar Autos aufgehalten, weil wir schön brav mit 120 auf der linken Seite fuhren. Zu Hause angekommen war es sehr speziell, jetzt wurde mir so richtig bewusst, dass jemand anders hier gewohnt hat. Nicht dass ein Chaos geherrscht hätte. Aufgeräumt und geputzt war es prima, schweizer Standart würde ich sagen. Sondern andere Dinge, z.B. als ich den Kühlschrank aufmachte, da hatte es Dinge drin, die ich noch nie gesehen habe. Etwas käseartiges, undefinierbares. Ich wartete 2 min, als es sich nicht bewegte, wanderte es in den Abfall, es war mir nicht geheuer. Oder in einem Tupper hatte es Pilze mit irgendwas dran, so in Richtung Wildschwein in Pfefferminzsauce. Alles war in Tupper verpackt, aber keiner hatte den richtigen Deckel. Dann hatte es natürlich Twinnings real English Tea im Schrank, der Delizio Kaffee war aufgebraucht (und wieder aufgefüllt) was mich nicht erstaunt, wer trinkt schon gerne farbiges Wasser? Dann scheinen sie auch Gefallem an unserem Brot zu bekommen zu haben, denn ein halbes Pfund Ruchbrot zeugte von Toast Abstinenz. Aarebier hatte bei Innes Anklang gefunden, der Harass war fast leer. Sie haben sich sogar ums Recycling bemüht, im Zeitungsständer waren Karton, Tetrapacks, Aludosen usw. Das hat seinen Grund, in Schottland kann man einfach alles (ausser Glas) in denselben Kübel werfen, und eine arme Sau in der Müraz kann dann alles sortieren. Auch dem Wein und Sherry waren sie nicht abgeneigt und die Kleine durfte Nestlé  Babybrei essen. Ich fand das sehr spannend, denn erst jetzt als alles ausgepackt und versorgt ist, ist es wieder unser Haus. Die Kinder hatten immer noch West european Time, deswegen sind sie erst vor kurzem eingeschlafen. Ich habe mit Emma und Innes noch telefoniert (wir haben sie durch die Scheibe am Flughafen übrigens wieder gesehen) . Bei ihnen ist auch alles okay und sie haben die Ferien sehr genossen. Nach ein paar dutzend Thank You’s verabschiedeten wir uns und versprachen, in Kontakt zu bleiben und uns Ferienfotos zu schicken. Endlich können wir auch sagen, dass wir Freunde in einem anderen Land haben, nur mit dem Unterschied, das wir uns noch nie richtig gegenübergestanden sind…

20. Juli The last day…

Normalerweise der langweilige Putztag vor der Abreise.. Aber dank Cathy’s umsichtiger Planung haben wir einen Grossteil bereits gestern Abend erledigt. Die Kids nutzten es heute morgen nochmals richtig aus zum spielen und wir konnten in Ruhe fertig aufraeumen. Das ging eigentlich ganz flott und ich muss sagen, es sieht nun sehr aufgeraeumt aus. Unser letzter Ausflug wuerde uns nach Loch Katrin (ja, das heisst wirklich so) fuehren, an der Grenze zu den Highlands, etwa 1h Autofahrt. Ach ja, apropos Auto: Etwas haben wir gestern herausgefunden, eine bahnbrechende Entdeckung! Cathy nahm es immer wunder, wie schnell sie denn ueberhaupt faehrt, da ja alles in Miles angegeben ist. Dave schaute extra im Internet nach und rechnete es in km/h um. Dann eben sahen wir, dass innen am Tacho auch die Geschwindigkeit in km/h steht.. soviel zum Thema selektive Wahrnehmung. Auf dem Duke Pass im Queen Elizabeth Forrest machten wir Mittagspicknick, dort hatte man eine wunderbare Aussicht auf Low und Highlands, und das Wetter spielte auch mit, statt wie vorhergesagt cloudy waren es sunny intervals. Loch Katrin selber war ein wenig ueberlaufen und ziemlich schnell waere man sehr viel Geld los gewesen, aber ohne uns! Loch Ness hat uns viel gelernt. Wir gingen gratis zu Fuss dem See entlang (wobei so ein Golf Chaereli mieten waere schon cool gewesen, aber 40 Stutz..)  und sangen als Motivation fuer die Kids im Marine Rythmus Marschlieder zum nachsingen. Das ging dann etwa so: „S’Mami das to geng vil zwiit, und mir muesse immer mit!“ Papa hatte Stress mit dichten, der gelungenste war „Schottland isch jetzt ueses dihei, drum goend mir halt nie me hei!“ aber eben, puhuuu, *schneuz*. Nein ich will nicht jammern! Ein schoener Ort zum Abschluss. Die Glaceverkauferin machte einen Mungg wie eine albanische Schuelerin vom OSZ Madretsch und sah auch noch so aus, hatte gerade ein boeses Backflash. Das verschwand aber bald wieder, den wir gingen ins Pub zum Znacht, von Emma empfohlen ins Four Marys. Die Vorhaenge sollen sogar von Mary Stuart’s Bett sein, wer weiss. Anouk und Noel waren ein wenig ueberdreht, aber das Essen schmeckte ihnen sehr und uns auch, nur Gewuerze am Gemuese ist Fehlanzeige. Well, very british indeed. Zu Hause das ich nicht mehr lange so nennen kann gabs noch ein wenig aufzurauemen und vor allem die Kleinen beruhigen. Morgen muessen wir frueh raus. Hoffentlich klappt alles und wir freuen uns auch wieder auf Lyss, so ganz aes chlieses Bizeli..

*coming up the next days: The big Resumee (with Axons)!*

19. Juli Joker!

Bald sind sie zu Ende, unsere Ferien. Nein, ein Resumee (diese Tastatur kennt keine Axons) ziehe ich spaeter. Am Morgen hatte Emma fuer uns einen Event im Wild life center gebucht. Auf dem Hinweg fuhren wir durch ein Industrie Quartier und ich dachte schon, wir sind hier falsch, aber dann entdeckten wir die Oase inmitten grauer Einoede. The Swiss waren natuerlich ueberpuenktlich und alle anderen kamen erst nachher. Wir gingen auf eine Mini Saeugetier Jagd. Der Ranger hatte 13 Fallen aufgestellt, indenen er hoffte eine Maus oder aehnliches zu fangen. So machten wir uns auf den Weg. Die Kinder durften beim Fallen ausleeren helfen, sogar Anouk hat sich getraut. Erst bei Nummer 4 hatten wir Glueck und eine kleine Hausmaus war, natuerlich lebendig, in der Falle drin. Des weiteren waren wir nicht mehr so erfolgreich, aber Steven der Ranger konnte das mit seinem Charme locker ueberspielen, erst bei Nummer 8 war nochmals eine drin. Bei der 12 fing es heftig an zu regnen und so kehrten wir ins Zentrum zurueck. Dieser Regen setzt uebrigens ein wie eine Dusche, ist aber auch schnell wieder vorbei. Drinnen bastelten wir noch eine Maus aus etwas Distelartigem, sogar Noel machte es Spass und Anouk natuerlich sowiso. Ein gelungener Morgen, auf Spendenbasis! Das war ein sehr guter Geheimtip von Emma. Nach einer ausfuerlichen Mittagspause machte sich zuerst ein wenig Ratlosigkeit und Wehmut breit. Papa wollte noch in die Glenkinchie Destilliery, und nachher? Irgendwie war schon so Kofferpacken Stimmung. Nach den Highlands konnte es ja nur nur bergab gehen, im warsten Sinne des Wortes. Cathy einmal mehr, schlug vor, nachher noch ein wenig weiterzufahren nach East Lothian (rechts von Edinburgh) und noch ein Castle mit Blick aufs offene Mehr anschauen gehen.

Diese Idee sollte sich als wahrer Joker herausstellen! Bei der Distillery gab Papa seine ganzen Pounds fuer zwei Flaschen Special Distillery Edition Single Malts aus, merkte erst bei der Kasse, das sein (virtuelles) Taschengeld ja gar nicht reichen wird. Die Verkaeuferin war aber so erfreut, das er den soeben empfohlenen und probierten Whisky gerade kaufte, dass sie ihm 15 £ ! Rabatt gab, so ging alles wieder auf. Nach einer Fahrt durch die Lowlands kriegten wir beim Tantallon Castle nochmals eine richtige Dosis Scotland verpasst: Als wir durch den Eingangsbereich gingen und das Schloss sahen, merkten wir was uns fehlte: Wir waren auf Entzug! Dieser Anblick machte alles wieder wett. Das  Castle ist von drei Seiten vom Meer umgeben, direkt auf einer hohen Klippe. Auch als Teilruine immer noch sehr beeindruckend. Man konnte auf den hoechsten Turm steigen wo man eine fantastische Aussicht hatte, was wir natuerlich auch taten. Im Hof hatte es einen 32 m tiefen Brunnen, Noel und Anouk waren fasziniert wie lange ein Steinchen brauchte, bis es unten ankam. Das Beste kam erst noch, denn als wir drinnen die Kanone besichtigten, begann es auf dem Meer zu regnen, und als wir rauskamen, spannte sich ein Regenbogen ueber das Meer. Es sah aus, als wuerden die Farben dem Wasser entspringen, dazu diese atemberaubende Landschaft = *Ueberbeiss*.. wie im Kino! Nachdem wir das kraeftig eingezogen hatten, machten wir uns auf den Heimweg, und irgendwie habe ich das Gefuehl, das am Montag wenn wir um 10:20 von dieser Insel abheben, 4 Herzen im A 319 sehr schwer werden…

P.S. Ankunft in Genf Montag 21.7. 13:35  (falls wir den einsteigen:-)

18. Juli Relaxing

Nach dem Sinnes Overkill der letzten Tage schoben wir mal eine kleine Pause ein. Nach einem ausgiebigen Zmorgen gingen wir wie versprochen noch einmal ins Softplay nach Queensferry, wo die Kinder sich austoben konnten und wir in Ruhe ein wenig dasitzen und ueber Gott und die Welt reden. Uebrigens viel uns auf, das alle anwesenden Muetter eher aelter waren, vielleicht auch nur Zufall. Gym Tots gilt ja nicht als zuverlaessige Stichprobe. Danach gings zum Zmittag wieder mal „nach Hause“ und am Nachmittag auf Einkaufstour, um unsere vorletzten Pounds loszuwerden. Highlight war das Glace beim Pizza Hut im Food Corner, man konnte selber nachfuellen soviel man wollte! Noel hat 2x, Anouk 3x und Papa 4x nachgefuellt, Masslosigkeit ist definitiv seine Lieblings- Todsuende.. Mama nahm nur einen kleinen Pudding. Das Ganze kostete pro Becher 99 Pence, so ge**! Am Abend war dann nix mit frueh einschlafen, so machten wir nochmals einen Spaziergang dem Kanal entlang, auf der Aussschau nach wilden Hasen, von denen es hier viel mehr hat als bei uns. Am meisten haben wir rund ums Gebuesch vom Burger King in Queensferry gesehen, hier im Wald sind sie ein wenig scheuer. Aber ein paar sahen wir vorbeihuschen. Emma hat noch telefoniert, sie habe in Avenches in einem Restaurant das beste Essen ihres Lebens gehabt, leider konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen was es war. Sie kamen mit einem paar am Nebentisch ins Gespraech, die auch begeistert waren vom Haustauschen und nun haben sie provisorisch schon fuers naechste Jahr abgemacht! Sie wohnen glaub ich am Neuenburgersee. Vielleicht kommen sie dann uns mal noch besuchen, was natuerlich Hammer waere, sie mal nicht nur virtuell zu sehen. Nun ist glaub ich endlich Ruhe eingekehrt und ich kann auch ins Bett, good night!

17. Juli Ein geschichtstraechtiger Tag II

Das Gespenst zeigte sich nicht, so konnten wir alle ruhig schlafen und anschliessend den Zmorgen geniessen. Highlight fuer Noel war der Durchlauftoaster. Die Falls of Shin, ganz in der Naehe, waren unsere naechste Etappe. Die Falls ein wenig klein, aber in einer schoenen Landschaft, dafuer hatte es einen sehr coolen Spielplatz mit Hindernislauf. Noel und Anouk sahen danach aus wie nach der Kampfbahn in der RS. Da sich das Wetter laufend besserte, konnte sich Cathy’s Vorschlag durchsetzen und wir besuchten das Schlachtfeld von Culloden. Dort haben die Englaender den Jakobitern und Highlaendern eine vernichtende Niederlage zugefuegt und danach alles schottische abgeschlachtet. (fuer Interessierte: http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Culloden) Ja schnell ein Denkmal anschauen, dann weiter. Denkste! Was wir dort antrafen fesselte mich als Paedagogen sehr. Mithilfe der EU wurde ein Battle Memorial errichtet mit Museum  und allem drum und dran. Aber nicht so ein abgestaubtes, sondern top modern und didaktisch absolut genial umgesetzt: Audio Zeugenberichte, Computergrafiken die den Schlachtverlauf erklaeren, original Waffen und Ausruestungen, 4x am Tag erzaehlt ein verkleiderter Soldat die Geschichte der Schlacht, alles kurz und buendig erklaert, super aufgemacht. Man konnte auch einmal eine Muskete in die Hand nehmen (sehr schwer und fast unmoeglich zum zielen) Highlight war das Schlachtfeld selbst, wo man mit einem Audio GPS guide spazieren konnte und an markierten Stellen erzaehlten Beteiligte ihre Geschichte, untermalt mit Schlachtlaerm. Es war, als wuerde rundherum der Kampf wieder aufgenommen werden. Sehr eindrucksvoll. Nur Noel fand es ein wenig langweilig, so desertierten wir beide ins Cafe. Dort hatte es einen lustigen Hinweis: healthy options, Betonung auf OPTIONS! Sehr sympathisch, keine Spur von diesem Fitnesswahn bei uns. Das waere sicher ein Tagesausflug gewesen, ein Grund zum wiederkommen. Auf der weiteren Heimfahrt durchquerten wir wieder die mittleren Highlands, die eben so sind wie man sie sich vorstellt. Mehr im Norden war es wieder mehr bewaldet. Nun wussten wir auch, warum man Schottland im Gegenuhrzeigersinn erkunden sollte, damit das Beste am Schluss kommt! Wir machten noch Halt im Highland Folk Museum, das wie der Ballenberg aufgemacht ist, aber nach meiner Erinnerung daran (ich denke da an ein Traumatisches Erlebnis Anfangs meiner Teenie Jahre) war das hier viel spannender. Noel musste alle Maschienen und Drescher und Muehlen ausprobieren, definitv im Delirium befand er sich vor der Saegerei mit einem echten Wasserrad Antrieb, dort brachte man ihn nicht mehr Weg. Dann besichtigten wir noch ein nachgebautes Highlander Haus aus Torf und Holz. Am Feuer erzaehlte uns eine Highlaenderin etwas ueber die damaliege Lebensart. Da musste man schon sehr gut miteinander auskommen, denn 3 Generationen teilten sich 2 Raeume, im Winter noch die Tiere dazu. Nur zum Sterben, wenn man krank war oder fuer die Hochzeitsnacht hatte es ein extra Bett im Vorratsraum. Als wir rauskamen rochen wir wie eine Flasche Laphroig Single Malt, dieser Geruch hat sich nun definitv in mein Gedaechtnis gebrannt. Auf der weiteren Fahrt spielten Anouk und Noel die Schlacht von Culloden nach, aber sonst ging es ganz gut. K.O. aber voller Eindruecke war dann um 23:00 auch Ruhe im Haus eingekehrt.

16.Juli Getting higher

Am Morgen hatten wir ein wenig Stress, die Faehre zu erwischen. Als wir unterwegs waren, neigte sich zu allem Elend noch die Tankanzeige bedrohlich dem Ende zu. Das waers jetzt noch, mittem im Nirgendwo stecken bleiben. REFUEL stand auf der Anzeige, ja ich weiss! Mit Ach und Krach schafften wir es zum naechsten Dorf, wo es eine Tankstelle (Monopol = sehr teuer) hatte. Nach der Ueberfahrt und einer weiteren Stunde single track Roads endlich wieder zweispurig. Man gewoehnt sich daran, aber es ist sehr anstrengend. Aehnlich wie ein Rally Game auf dem PC, mit der Ausnahme, dass man nur ein Leben hat. Zum Zwischenhalt am Loch Ness Center moechte ich das Wort einem oesterreichischen Familienvater das Wort geben, den wir am Parkplatz trafen: „Wir ham ja gwusst, das es a Bloedsinn ist, aber so a Bloedsinn!“ *sign* Bis zu unserer Unterkunft in Carbisdale (60 min von Inverness) warens wieder ein paar Meilen, aber die Kinder hielten sich gut. Mit den Distanzen haben wir es noch nicht so. Aufgrund des Zeitmangels fuhren wir an Inverness nur vorbei, obwohl es auch noch sehenswert gewesen waere. D.h. ein wenig von der Stadt sahen wir schon, aber nur, weil Papa auf der Karte nicht weiterblaetterte und so die Ausfahrt verpasste. Irgendwann einmal erreichten wir dann doch noch unser Schloss, ja ein richtiges Schloss als Jugendherberge. (http://de.wikipedia.org/wiki/Carbisdale_Castle)

Beim Znacht waren die Kids (zugegeben auch die Eltern) ziemlich dure. So machten wir noch einen friedlichen Spaziergang rund ums Schloss. Noel spielte Robin Hood und Anouk Prinzessin. Nur schon fuer das Erlebnis der Kinder hatte sich die lange Fahrt gelohnt. Das Einschlafen ging nach mehreren Anlaeufen (Noels Shoppen blieb leider in Tobermory = 15min Dauergeschrei „muesch dihei go hole“) dann auch. Ach ja, im Schloss sollen mehrere Gespenster hausen. Natuerlich nur Humbug, und doch getraute sich ein Mitglied der Familie um halb eins nicht aus dem Zimmer aufs WC…

Special Echte offizielle Strassenschilder, gesehen unterwegs:

Sheeps ahead, Cows ahead (haben wir auch neben der Strasse gesehen)

Frustration leads to accidents, allow overtake (sollte mal zwischen Biel und Lyss aufgestellt werden)

Tiredness kills, take a break (speziell fuer Cathy)

Speed cameras (wenns dann mal eine hat, ist sie noch rot gelb angemalt)

Speed control (dann folgt ein grosses neon gelbes Polizei Auto mit einem Radar der gross draufgemalt ist)

Unmarked police cars on the way (sehr sinnvoll!)

15. Juli Off to the Highlands I

Ferien in den Ferien, das haben wir auch noch nie gemacht. Das Schoene war, das die Reise schon ein Erlebnis war. Unser erstes Ziel war die Isle of Mull, mit dem Hauptziel Iona. Vorab durchs beruehmte Glencoe Tal, wo es uns und vor allem Cathy die Sprache verschlug, Bravehart Kino 1:1. Leider war das Wetter ziemlich mies, das wir nur vorbeifahren konnten, aber selbst das war sehr eindrucksvoll. Waehrend der Fahrt merkten wir, dass wir uns mit den Distanzen ein wenig verschaetzt hatten, vor allem wenn nach 30 min die Autobahn schon aufhoert… so nahmen wir direkten Kurs auf Mull. Well, direkt kann man dem nicht sagen. 1h bis zur Faehre und dann auf der Insel noch einmal 1h fuhren wir ueber single track Roads, der definitve Alptraum jedes Fahrschuehlers. Das sind einspurige Strassen und alle 50-100m hat es eine Ausweichstelle, wer naeher bei einer ist, muss anhalten und den anderen vorbeilassen. Da ist volle Konzentration angesagt, v.a. wenn einem in einer Kurve ein Bus entgegenkommt, dessen Fahrer die Strassen gut kennt und dementsprechend schnell faehrt. Diverse Bremsspuren zeugen von waghalsigen Manoevern. Aber Cathy meisterte diese Herausforderung mit Bravour und brachte uns sicher ans Ziel. Zum Glueck fuhr auch um 16:00 noch eine Faehre (sonst Zeter Mordio von Papa) nach Iona (Faehren werden nur von einer Gesellschaft betrieben und kosten ein Vermoegen). Das Wetter besserte sich und die lange Fahrt war es wert. Iona, eine kleine Insel mit einer grossen Geschichte. Von hier zog der heilige Columban aus, um Schottland zu christianisieren, das Book of Kells wurde hier geschrieben und es ist die letzte Ruehstaette zahlreicher Koenige und Innen. Iona Abbey war sehr eindrucksvoll, eine kleine schlichte Klosteranlage wo auch heute noch eine Glaubensgemeinschaft beheimatet ist. Man fuehlte sich dem Himmel ein Stueck naeher. Das ist jetzt ein wenig kitschig, aber dieses Gefuehl hatte man wirklich. Auf der langen Rueckreise ueber die engen Strassen ging alles gut, das ganze hat auch noch eine soziale Komponente, man winkt freundlich wenn man vorbeigelassen wird oder am meisten Freude macht man einem schnelleren Fahrzeug, wenn man es ueberholen laesst. Ach ja, ganz vergessen. Das groesste Hindernis auf der Strasse sind Schafe, die ueberall (auch auf der Strasse) herumlaufen und sich einen Dreck um Autos scheren. Lebensmuede Viecher… Anouk und Noel fanden das natuerlich sehr lustig. Endlich am anderen Ende der Insel in Tobermory angekommen, wurden wir in der Jugendherberge herzlich begruesst. Einfach aber sehr sauber. Die Kids, die sich den ganzen Tag sehr gut gehalten haben, waren ein wenig ueberdreht. Nach dem Znacht im huebschen Doerfli gingen wir zu Bett, schlafen wollten aber nur die Eltern…

sheep.jpg

14. Juli Off to Edinburgh II

Von so einer Stadt haben wir natuerlich erst das Wichtigste gesehen. Diesmal haben wir etwas gelernt: Stress am Morgen vermeiden = Park and Ride benutzen! Cathy’s Idee. Das Park ist gratis und das Ride in die City nur 6 Stutz, nach 20 min Holperfahrt sind wir auch dort. An der Princess Street finden wir einen Souvenierladen, der den Namen auch verdient und decken uns mit allerlei Zeug ein. Am besten gefaellt mir der Kilt fuer Noel, endlich kann er voellig legal ein Roeckli tragen, sieht sehr cool aus! Danach haben wir den Kindern eine Sightseeing Tour in einem offenen Doppeldecker Bus versprochen. Also nix wie los! Denkste: der Bus steht zu Beginn mehr im Stau als das er fahren wuerde. An dieser Stelle moechte ich eine kleine Polemik zum oeffentlichen Verkehr von Edinburgh einschieben. (Edinburgh hat ca. 100’000 Einwohner mehr als Zuerich, knapp eine halbe Million. ):

Die Anleitung wie man ein suboptimales Transport System konzipiert: Tiefe Einheitstarife (okay, finde ich eigentlich noch gut, fuer den Preis kommen wir in Lyss nicht mal zum Bahnhof), Busspuren nur ausserhalb des Zentrums und auf allen Hauptverkehrsachsen fahren Busse und Pw’s zusammen, 3 kleine Busse der gleichen Linie fahren hintereinander statt 1 grosser, auf der Hauptachse ca. 10 Bushalte nacheinander statt ein Terminal, Tickets koennen nur beim Fahrer geloest werden, der Bus hat demnach nur eine Tuere, keine S-Bahnen oder Trams, Alle Linien muessen beim Bahnhof vorbei auf der gleichen Strasse, ihr Slogan: Beat the traffic, take the Bus! 🙂

So nun genug gelaestert, es wurde mir nur wieder bewusst warum ein City Ticket nach Bern 14.60 CHF kostet. Da wegen den oben beschriebenen Gruenden sich die Tour in die Laenge zog stiegen wir beim Parlament aus. Ein sehr schoener Bau und ein guter Kontrast zu den Schloessern und Burgen. Dieses Parlament kuemmert sich um inner schottische Angelegenheiten und kann minim die Steuern erhoehen. Allerdings hat bei allen Entscheiden immer London das letzte Wort. Aber im Jahr 2010 strebt die amtierend fuehrende scotish national party (dagegen ist die SVP ein Kindergarten) Ein Referendum ueber die schottische Unabhaengigkeit an. Mal gespannt was dabei rauskommt. Beim Eingang zum Parlament mussten wir durch den Security check. Danach nahm der freundliche Herr unsere Rucksaecke auseinander, bis er das swiss army knife gefunden hatte! Ups, vergessen… Ich durfte es dann am Ende des Besuchs wieder abholen. Das Parlament hat sogar eine gratis Kinderkrippe, falls Mami mal schnell einen Gesetzesentwurf schreiben muss… Dort wo 1999 das Gebaeude eroeffnet wurde, stand vorher uebrigens eine Brauerei. Die Frage, was mehr zum Volkswohl beitraegt, ueberlasse ich den Lesern. Fuer die Rueckfahrt (okay, nie mehr waehrend der Rush hour) brauchten wir nur 1h und 25 min, Noel, Anouk und Mama schliefen nach 10 Kurven tief und fest, und Papa fragte sich, ob er das naechste Mal nicht besser wieder den Zug nehmen sollte.

*die naechsten 2 Tage sind wir in den Highlands, evt. kein Blog*

13. Juli Smoke on the water

Heute zeichnet sich mal wieder gutes Wetter ab, optimistisch wie wir sind, packen wir mal das Badezeug ein. Zuerst gehts aber nach Bo’Ness, wo man mit einem echten Dampfzug eine Runde fahren kann. Als wir ankommen, die vermeintlich grosse Enttaeuschung, die Lok ist kaputt. Aber vielleicht schaffe man es noch, eine andere aufzuheizen, erklaert mir ein aelterer Herr, der hier wohl seinen Kindergeburi nachholt. Well, dann halt erst mal ins Cafe, vorbei an allen erdenklichen Thomas die Lokomotive Andenken. Also, ich ging vorbei, Noel und Anouk nicht. Zum Glueck haben sie noch Taschengeld. Zum Kafi (der entweder Black, White, regular, Latte, Espresso heisst aber dann doch nicht das drin ist was man erwartet. Ist die Tasse noch nicht voll, einfach noch heisses Wasser dazu = Farbiges Etwas. ) nahm ich Ingwer Guetzli, definitiv zum letzten Mal. Oh Freude, vor den Zug wird eine Dampflok gespannt! Noel nahe am Delirium. Auf der Fahrt muss Papa wieder das Gesicht zum Fenster raus strecken (Don’t lean out of the window!) Nachdem er saemtlichen Russ in die Augen gekriegt hat, weiss er auch wiso. Rumpel rumpel hin und wieder zurueck. Der Verdacht kommt auf, dass Papa am meisten Freude daran hatte. „If you are into beaches, go to the silver sands beach“ schrieb Emma, yes und wie wir into beaches sind! Der Himmel klaert sich immer mehr auf und die Sonne waermt unsere Haut. Das Wasser ist ein wenig kalt, aber sonst alles wie ein Strand sein muss. Hunde und ihre Besitzer werden vom Lifeguard wegeschickt! Scotland rulez! Die Kids und Papa buddeln und graben. Anscheinend erregt das Swiss designed castle Aufsehen, innert Kuerze helfen andere Kinder mit. „Have you done this? Can i help? You can have my spade if you want“ Vielleicht fallen wir oder unsere Sprache auch auf, wir sind die einzigen Touristen scheint mir. Auch das ein Plus des Haustauschs, durch die Tipps von Emma gelangen wir an Orte, wo man sonst unwissend vorbeifahren wuerde. Die Sonne laesst uns nicht hangen und nur ein schwacher Wind blaest. Nachdem Cathy uns noch ein Cornet spendiert, ist der Strandtag perfekt (von ihrem Taschengeld naemlech!) Unter Zeter Mordio (Noel waere wohl immer noch dort) verlassen wir Silver Sands und gehen noch *Spoiler fuer Pastoren und Gemeindeaelteste* einkaufen. An der Kasse fragt der Verkaeufer: Are you on holidays? Where’r ou from? Ah Switzerland, i ’s once in Lusn. Nach mehrmaligenm Nachfragen meinerseits (Luzern? Luetzelflueh? Lyss?) ah, you mean Lausanne? Ach tat das gut… Danke Alfie vom Morrison Superstore!

12. Juli Geschichte meets Moderne

Heute gabs zur Abwechslung mal wieder Toast zum Fruehstueck. Also jeden Tag, ich weiss nicht. Dafuer haben sie einen 4er Toaster, geht sehr schnell. Das Wetter mal wieder eher durchzogen: Light showers with some sunny intervals and moderate visibilaty, laut dem BBC Wetterdienst. Ein wenig von Allem und das trifft es dann ziemlich gut. Am Morgen stand das Falkirk Wheel auf dem Programm, sehr eindrucksvoll. Da es sich schlecht beschreiben laesst, hier ein Bild davon:

falkirk_wheel_a.jpg

Das ist eine Schleuse, die wie ein rotierender Lift funktioniert (schiints die einzige auf der Welt). Erbaut zu Ehren des Koenigreichs und als Sinnbild des modernen Schottlands.  Hier ein Video dazu:

http://de.youtube.com/watch?v=n61KUGDWz2A

Mal was anderes als nur Steinhaufen. Natuerlich mussten wir auch eine Fahrt mit dem Boot unternehmen „unbedingt, das muess jetzt sii“, und 10 min spaeter und 20 £ aermer sassen wir auch im Boot auf dem Lift. Da es sonst in Falkirk nicht allzu viel zu sehen gab (ist uebrigens der ORt, wo Robert de Bruce den Englandern in den Ar*** getreten hat, siehe Ende von Braveheart) gings weiter nach Sterling (ist uebrigens der Ort, wo William Wallace den Englaendern in den Ar*** getreten hat, siehe Mitte von Braveheart). Emma und ihre Nachbarn schwaermten von Stirling, aber wahrscheinlich mehr aus patriotischen Gefuehlen her, weil so atemberaubend war das Schloss jetzt auch wieder nicht. Aber wir hatten ja noch einen Tag auf unserem Pass zu Gute. Das Ruetli waere fuer die Schotten wohl auch nicht so interessant. Aber es hatte Kanonen zum rumklettern und Noel kriegte man fast nicht mehr runter. Dann konnten wir am Samstag um halb sechs noch einkaufen gehen, was ich sehr praktisch finde. Die Verkaeuferinnen muessen sowiso um ihren Job bangen, da es schon self scan Kassen hat, wo man alles selber einscannen kann. Und wehe, man steht mit 7 Produkten bei der normalen Kasse an, schon wird man freundlich von einem Assistent an die Express Kasse verwiesen. Auf der Heimfahrt haette uns fast ein Bus mitgenommen, der auf der rechten Spur entgegenkam! Sonst sind die Schotten eher gemuetliche Autofahrer, aussert mit dem Vortritt nehmen sie es nicht so genau, nach dem Motto, ich komme, du musst ausweichen, was uns dieser Bus eindruecklich demonstrierte. Nach einem Abendspaziergang gings dann nach Bettenhausen, die Kids schlafen jetzt hoffentlich, mit dem obligaten pluesch Nessi im Arm.