Well, nun sind wir schon seit zwei Tagen wieder zu Hause, da der Mensch ja ein Gewohnheitstier ist, kommt es uns vor als wären wir nie weg gewesen. Aber als ich gestern wieder mal einen Reel via MP3 im Auto hörte, bekam ich schrecklich Fernweh. Zeit also Bilanz zu ziehen, vor allem im Hinblick auf eine weitere Haustausch Tätigkeit. Um das ganze ein wenig zu trennen, habe ich es ein wenig aufgeteilt, damit es auch ein wenig wie ein Lernbericht aussieht (Noten von 1-6) 🙂
Schottland an sich: Eine Wundertüte deren Inhalt absolut süchtig macht, sehr vielseitig und abwechslungsreich. Wenn man sich ein wenig für Geschichte interessiert absolut genial, sonst hat aber auch die Landschaft sehr viel zu bieten. Ich ginge morgen schon wieder. Abzug gibts eine halbe Note für das Wetter, aber wenn man sich darauf einstellt und die richtigen Kleider mitnimmt, kein Problem. 10 min später ist es jeweils schon wieder anders. 5.5
Geld: Lebenskosten haben wir gefunden sind in etwa gleich, auch die Qualität der Lebensmittel (Gemüse kommt ja auch aus Marokko). Ohne Haustausch hätten wir uns das aber sicher nicht leisten können, da Mitwagen (ohne Auto gehts nicht) und Hotels sehr teuer sind. Ebenfalls sehr ins Geld gehen alle Eintritte, von denen die meisten aber ihr Geld wert waren (ausser Loch Ness und der Deer Park). Das wussten wir zum Glück im Voraus und so reute es uns auch nicht, man will ja schliesslich auch was sehen. Dank den Geheimtipps von Emma fanden wir aber auch Dinge, die nichts oder sehr wenig kosteten, die waren wirklich Gold wert. Eine Note Abzug für die Loch Ness Monster Ausstellung und das sauteure Benzin (2,60 Fr der Liter Bleifrei..) und das die Kinder meistens schon ab 3 zahlen nochmals eine halbe Note 4.5
Verkehr: Very relaxed, fast niemand hupt, fast alle haben Geduld. Wenn man mal auf der falschen Seite fährt wird man freundlich nach links rüber gewunken. Strassen sind nummeriert was sehr praktisch ist. Single Road Tracks waren ein Abenteuer, ging aber ganz gut. Zug ist auch ziemlich teuer (fast wie bei uns) aber praktisch, Bus fahren nur im Notfall. Vorwärts kommt man ohne Autobahn leider nicht so schnell, da haben wir uns in den Zeiten ziemlich verschätzt. Abzug gibts für den Park and Ride Bus und die Busbetriebe Lothian 5.5
Familienfreundlich: Schon besprochen. Es war sicher für uns auch ein grosses Plus, dass sich unsere Kids so begeistern liessen und (fast) alles mitgemacht haben. Sonst ist für den Plan B meistens ein cooler Spielplatz in der Nähe. Vieles haben wir ein wenig im Schnellzugtempo gesehen, ist also sicher ein Grund diese Insel nochmals zu besuchen. Da gebe ich eine für mich Anfangs überraschende 6
Sehenswürdigkeiten: Da weiss man nicht wo beginnen. Es hat sicher für jeden was dabei, wobei die Schwerpunkte schon Geschichte und Landschaft sind. Wem beides nichts sagt, der sucht sich lieber einen anderen Ort für Ferien. Meine Topfavoriten: Loch Leven Castle, Tantallon Castle, Iona, Schottische Parlament, Jugi im Carbisdale Castle, St. Andrews, Falkirk Wheel, Culloden Battle Memorium und die mid- Highlands. Bei all dem kann ich nur eine 6 geben
Essen: Ich will es mal so ausdrücken: Wenn man selber kocht und die eigenen Gewürze mitnimmt ist es kein Problem, (v.a. Aromat!). Auswärts, na ja. Emma fand es bereits in der Raststätte La Cote wahnsinnig gut, das sagt ja schon alles.. 3.5
Haustausch: Ein Wagnis das sich gelohnt hat! Wir hatten sicher auch Glück, das die Chalmers so unkompliziert und flexibel waren. Niemand hat geschaut, wieviele Joghurts im Kühlschrank waren zu Beginn, am Schluss ging alles wieder plus minus auf. Auf die Details kommt es sicher auch an, das alles gut klappt (z.B. der richtige Kindersitz im Auto). Es war sicher mehr als normale Ferien, den Komfort eines richtigen Hauses (mit ADSL, zwei Badezimmern, riesen Spielzimmer mit Spielsachen) während 2 Wochen zu geniessen war schon genial. Und man fühlte sich weniger als Tourist sondern mehr als Einheimischer und lernte auch die Lebensart kennen. Der Kontakt zu den Chalmers hat mich auch sehr gefreut und auch unsere Nachbarn hatten ihre helle Freude an Ihnen. Die Geheimtipps waren unbezahlbar und dass man im Voraus schon wusste wo einkaufen, wie kommt man am besten in die Stadt, wo ist der nächste Arzt, was tut man bei schlechtem Wetter usw., alles war schon klar. Sparte viel Zeit und man konnte sich aufs Wesentliche konzentrieren. Eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte und ein Kontakt, der sich (hoffentlich) auch mal im real Life und nicht nur durch Glasscheiben oder via Email fortsetzt. Wir haben es sicher gut getroffen und es war im Voraus ein rechter Aufwand, hat sich aber um ein Vielfaches ausbezahlt, wir bezeichnen uns nun definitiv als „Homelinker“. 6
Soli, nun bleibt nur noch ein grosses Thank you fürs Mitlesen/ schreiben und Mitinteressieren und ich hoffe, dass ich bald die Fotos online kriege. Bye bye!