aus Schutz vor der Privatsphäre wurden die Fotos entfernt. Ich bitte um Verständnis.
Hier noch ein Foto vom Haus, da wir keines selber gemacht haben (by Emma):
Well, nun sind wir schon seit zwei Tagen wieder zu Hause, da der Mensch ja ein Gewohnheitstier ist, kommt es uns vor als wären wir nie weg gewesen. Aber als ich gestern wieder mal einen Reel via MP3 im Auto hörte, bekam ich schrecklich Fernweh. Zeit also Bilanz zu ziehen, vor allem im Hinblick auf eine weitere Haustausch Tätigkeit. Um das ganze ein wenig zu trennen, habe ich es ein wenig aufgeteilt, damit es auch ein wenig wie ein Lernbericht aussieht (Noten von 1-6) 🙂
Schottland an sich: Eine Wundertüte deren Inhalt absolut süchtig macht, sehr vielseitig und abwechslungsreich. Wenn man sich ein wenig für Geschichte interessiert absolut genial, sonst hat aber auch die Landschaft sehr viel zu bieten. Ich ginge morgen schon wieder. Abzug gibts eine halbe Note für das Wetter, aber wenn man sich darauf einstellt und die richtigen Kleider mitnimmt, kein Problem. 10 min später ist es jeweils schon wieder anders. 5.5
Geld: Lebenskosten haben wir gefunden sind in etwa gleich, auch die Qualität der Lebensmittel (Gemüse kommt ja auch aus Marokko). Ohne Haustausch hätten wir uns das aber sicher nicht leisten können, da Mitwagen (ohne Auto gehts nicht) und Hotels sehr teuer sind. Ebenfalls sehr ins Geld gehen alle Eintritte, von denen die meisten aber ihr Geld wert waren (ausser Loch Ness und der Deer Park). Das wussten wir zum Glück im Voraus und so reute es uns auch nicht, man will ja schliesslich auch was sehen. Dank den Geheimtipps von Emma fanden wir aber auch Dinge, die nichts oder sehr wenig kosteten, die waren wirklich Gold wert. Eine Note Abzug für die Loch Ness Monster Ausstellung und das sauteure Benzin (2,60 Fr der Liter Bleifrei..) und das die Kinder meistens schon ab 3 zahlen nochmals eine halbe Note 4.5
Verkehr: Very relaxed, fast niemand hupt, fast alle haben Geduld. Wenn man mal auf der falschen Seite fährt wird man freundlich nach links rüber gewunken. Strassen sind nummeriert was sehr praktisch ist. Single Road Tracks waren ein Abenteuer, ging aber ganz gut. Zug ist auch ziemlich teuer (fast wie bei uns) aber praktisch, Bus fahren nur im Notfall. Vorwärts kommt man ohne Autobahn leider nicht so schnell, da haben wir uns in den Zeiten ziemlich verschätzt. Abzug gibts für den Park and Ride Bus und die Busbetriebe Lothian 5.5
Familienfreundlich: Schon besprochen. Es war sicher für uns auch ein grosses Plus, dass sich unsere Kids so begeistern liessen und (fast) alles mitgemacht haben. Sonst ist für den Plan B meistens ein cooler Spielplatz in der Nähe. Vieles haben wir ein wenig im Schnellzugtempo gesehen, ist also sicher ein Grund diese Insel nochmals zu besuchen. Da gebe ich eine für mich Anfangs überraschende 6
Sehenswürdigkeiten: Da weiss man nicht wo beginnen. Es hat sicher für jeden was dabei, wobei die Schwerpunkte schon Geschichte und Landschaft sind. Wem beides nichts sagt, der sucht sich lieber einen anderen Ort für Ferien. Meine Topfavoriten: Loch Leven Castle, Tantallon Castle, Iona, Schottische Parlament, Jugi im Carbisdale Castle, St. Andrews, Falkirk Wheel, Culloden Battle Memorium und die mid- Highlands. Bei all dem kann ich nur eine 6 geben
Essen: Ich will es mal so ausdrücken: Wenn man selber kocht und die eigenen Gewürze mitnimmt ist es kein Problem, (v.a. Aromat!). Auswärts, na ja. Emma fand es bereits in der Raststätte La Cote wahnsinnig gut, das sagt ja schon alles.. 3.5
Haustausch: Ein Wagnis das sich gelohnt hat! Wir hatten sicher auch Glück, das die Chalmers so unkompliziert und flexibel waren. Niemand hat geschaut, wieviele Joghurts im Kühlschrank waren zu Beginn, am Schluss ging alles wieder plus minus auf. Auf die Details kommt es sicher auch an, das alles gut klappt (z.B. der richtige Kindersitz im Auto). Es war sicher mehr als normale Ferien, den Komfort eines richtigen Hauses (mit ADSL, zwei Badezimmern, riesen Spielzimmer mit Spielsachen) während 2 Wochen zu geniessen war schon genial. Und man fühlte sich weniger als Tourist sondern mehr als Einheimischer und lernte auch die Lebensart kennen. Der Kontakt zu den Chalmers hat mich auch sehr gefreut und auch unsere Nachbarn hatten ihre helle Freude an Ihnen. Die Geheimtipps waren unbezahlbar und dass man im Voraus schon wusste wo einkaufen, wie kommt man am besten in die Stadt, wo ist der nächste Arzt, was tut man bei schlechtem Wetter usw., alles war schon klar. Sparte viel Zeit und man konnte sich aufs Wesentliche konzentrieren. Eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte und ein Kontakt, der sich (hoffentlich) auch mal im real Life und nicht nur durch Glasscheiben oder via Email fortsetzt. Wir haben es sicher gut getroffen und es war im Voraus ein rechter Aufwand, hat sich aber um ein Vielfaches ausbezahlt, wir bezeichnen uns nun definitiv als „Homelinker“. 6
Soli, nun bleibt nur noch ein grosses Thank you fürs Mitlesen/ schreiben und Mitinteressieren und ich hoffe, dass ich bald die Fotos online kriege. Bye bye!
Da sind wir nun wieder, an der Aarbergstrasse 64e. Die Rueckreise und der Flug gingen ohne Probleme, alles klappte prima. Auf dem Rollband fuer die Koffer durften die Plueschnessies mitfahren, um die Wartezeit zu ueberbruecken, ach ja, meine Tastatur hat ja wieder ein ü, gerade noch einmal üüü! Noël und Anouk hatten riesen Spass daran, und als alle ihre Koffer hatten machten sie sogar eine ganze Runde. Das Auto war am beschriebenen Ort, den mir Emma zuvor per sms mitgeteilt hatte. Das normale Parking Ticket kostete nur 5 CHF, was doch einen erheblichen Unterschied macht. Die ersten Meter mit unserem Auto waren wieder eine ziemliche Gewöhnungssache, die Kupplung war so streng, Papa hat sich den Kopf angeschlagen, so wenig Platz und dann noch rechts fahren.. Auf der Autobahn haben wir ein paar Autos aufgehalten, weil wir schön brav mit 120 auf der linken Seite fuhren. Zu Hause angekommen war es sehr speziell, jetzt wurde mir so richtig bewusst, dass jemand anders hier gewohnt hat. Nicht dass ein Chaos geherrscht hätte. Aufgeräumt und geputzt war es prima, schweizer Standart würde ich sagen. Sondern andere Dinge, z.B. als ich den Kühlschrank aufmachte, da hatte es Dinge drin, die ich noch nie gesehen habe. Etwas käseartiges, undefinierbares. Ich wartete 2 min, als es sich nicht bewegte, wanderte es in den Abfall, es war mir nicht geheuer. Oder in einem Tupper hatte es Pilze mit irgendwas dran, so in Richtung Wildschwein in Pfefferminzsauce. Alles war in Tupper verpackt, aber keiner hatte den richtigen Deckel. Dann hatte es natürlich Twinnings real English Tea im Schrank, der Delizio Kaffee war aufgebraucht (und wieder aufgefüllt) was mich nicht erstaunt, wer trinkt schon gerne farbiges Wasser? Dann scheinen sie auch Gefallem an unserem Brot zu bekommen zu haben, denn ein halbes Pfund Ruchbrot zeugte von Toast Abstinenz. Aarebier hatte bei Innes Anklang gefunden, der Harass war fast leer. Sie haben sich sogar ums Recycling bemüht, im Zeitungsständer waren Karton, Tetrapacks, Aludosen usw. Das hat seinen Grund, in Schottland kann man einfach alles (ausser Glas) in denselben Kübel werfen, und eine arme Sau in der Müraz kann dann alles sortieren. Auch dem Wein und Sherry waren sie nicht abgeneigt und die Kleine durfte Nestlé Babybrei essen. Ich fand das sehr spannend, denn erst jetzt als alles ausgepackt und versorgt ist, ist es wieder unser Haus. Die Kinder hatten immer noch West european Time, deswegen sind sie erst vor kurzem eingeschlafen. Ich habe mit Emma und Innes noch telefoniert (wir haben sie durch die Scheibe am Flughafen übrigens wieder gesehen) . Bei ihnen ist auch alles okay und sie haben die Ferien sehr genossen. Nach ein paar dutzend Thank You’s verabschiedeten wir uns und versprachen, in Kontakt zu bleiben und uns Ferienfotos zu schicken. Endlich können wir auch sagen, dass wir Freunde in einem anderen Land haben, nur mit dem Unterschied, das wir uns noch nie richtig gegenübergestanden sind…
Normalerweise der langweilige Putztag vor der Abreise.. Aber dank Cathy’s umsichtiger Planung haben wir einen Grossteil bereits gestern Abend erledigt. Die Kids nutzten es heute morgen nochmals richtig aus zum spielen und wir konnten in Ruhe fertig aufraeumen. Das ging eigentlich ganz flott und ich muss sagen, es sieht nun sehr aufgeraeumt aus. Unser letzter Ausflug wuerde uns nach Loch Katrin (ja, das heisst wirklich so) fuehren, an der Grenze zu den Highlands, etwa 1h Autofahrt. Ach ja, apropos Auto: Etwas haben wir gestern herausgefunden, eine bahnbrechende Entdeckung! Cathy nahm es immer wunder, wie schnell sie denn ueberhaupt faehrt, da ja alles in Miles angegeben ist. Dave schaute extra im Internet nach und rechnete es in km/h um. Dann eben sahen wir, dass innen am Tacho auch die Geschwindigkeit in km/h steht.. soviel zum Thema selektive Wahrnehmung. Auf dem Duke Pass im Queen Elizabeth Forrest machten wir Mittagspicknick, dort hatte man eine wunderbare Aussicht auf Low und Highlands, und das Wetter spielte auch mit, statt wie vorhergesagt cloudy waren es sunny intervals. Loch Katrin selber war ein wenig ueberlaufen und ziemlich schnell waere man sehr viel Geld los gewesen, aber ohne uns! Loch Ness hat uns viel gelernt. Wir gingen gratis zu Fuss dem See entlang (wobei so ein Golf Chaereli mieten waere schon cool gewesen, aber 40 Stutz..) und sangen als Motivation fuer die Kids im Marine Rythmus Marschlieder zum nachsingen. Das ging dann etwa so: „S’Mami das to geng vil zwiit, und mir muesse immer mit!“ Papa hatte Stress mit dichten, der gelungenste war „Schottland isch jetzt ueses dihei, drum goend mir halt nie me hei!“ aber eben, puhuuu, *schneuz*. Nein ich will nicht jammern! Ein schoener Ort zum Abschluss. Die Glaceverkauferin machte einen Mungg wie eine albanische Schuelerin vom OSZ Madretsch und sah auch noch so aus, hatte gerade ein boeses Backflash. Das verschwand aber bald wieder, den wir gingen ins Pub zum Znacht, von Emma empfohlen ins Four Marys. Die Vorhaenge sollen sogar von Mary Stuart’s Bett sein, wer weiss. Anouk und Noel waren ein wenig ueberdreht, aber das Essen schmeckte ihnen sehr und uns auch, nur Gewuerze am Gemuese ist Fehlanzeige. Well, very british indeed. Zu Hause das ich nicht mehr lange so nennen kann gabs noch ein wenig aufzurauemen und vor allem die Kleinen beruhigen. Morgen muessen wir frueh raus. Hoffentlich klappt alles und wir freuen uns auch wieder auf Lyss, so ganz aes chlieses Bizeli..
*coming up the next days: The big Resumee (with Axons)!*
Bald sind sie zu Ende, unsere Ferien. Nein, ein Resumee (diese Tastatur kennt keine Axons) ziehe ich spaeter. Am Morgen hatte Emma fuer uns einen Event im Wild life center gebucht. Auf dem Hinweg fuhren wir durch ein Industrie Quartier und ich dachte schon, wir sind hier falsch, aber dann entdeckten wir die Oase inmitten grauer Einoede. The Swiss waren natuerlich ueberpuenktlich und alle anderen kamen erst nachher. Wir gingen auf eine Mini Saeugetier Jagd. Der Ranger hatte 13 Fallen aufgestellt, indenen er hoffte eine Maus oder aehnliches zu fangen. So machten wir uns auf den Weg. Die Kinder durften beim Fallen ausleeren helfen, sogar Anouk hat sich getraut. Erst bei Nummer 4 hatten wir Glueck und eine kleine Hausmaus war, natuerlich lebendig, in der Falle drin. Des weiteren waren wir nicht mehr so erfolgreich, aber Steven der Ranger konnte das mit seinem Charme locker ueberspielen, erst bei Nummer 8 war nochmals eine drin. Bei der 12 fing es heftig an zu regnen und so kehrten wir ins Zentrum zurueck. Dieser Regen setzt uebrigens ein wie eine Dusche, ist aber auch schnell wieder vorbei. Drinnen bastelten wir noch eine Maus aus etwas Distelartigem, sogar Noel machte es Spass und Anouk natuerlich sowiso. Ein gelungener Morgen, auf Spendenbasis! Das war ein sehr guter Geheimtip von Emma. Nach einer ausfuerlichen Mittagspause machte sich zuerst ein wenig Ratlosigkeit und Wehmut breit. Papa wollte noch in die Glenkinchie Destilliery, und nachher? Irgendwie war schon so Kofferpacken Stimmung. Nach den Highlands konnte es ja nur nur bergab gehen, im warsten Sinne des Wortes. Cathy einmal mehr, schlug vor, nachher noch ein wenig weiterzufahren nach East Lothian (rechts von Edinburgh) und noch ein Castle mit Blick aufs offene Mehr anschauen gehen.
Diese Idee sollte sich als wahrer Joker herausstellen! Bei der Distillery gab Papa seine ganzen Pounds fuer zwei Flaschen Special Distillery Edition Single Malts aus, merkte erst bei der Kasse, das sein (virtuelles) Taschengeld ja gar nicht reichen wird. Die Verkaeuferin war aber so erfreut, das er den soeben empfohlenen und probierten Whisky gerade kaufte, dass sie ihm 15 £ ! Rabatt gab, so ging alles wieder auf. Nach einer Fahrt durch die Lowlands kriegten wir beim Tantallon Castle nochmals eine richtige Dosis Scotland verpasst: Als wir durch den Eingangsbereich gingen und das Schloss sahen, merkten wir was uns fehlte: Wir waren auf Entzug! Dieser Anblick machte alles wieder wett. Das Castle ist von drei Seiten vom Meer umgeben, direkt auf einer hohen Klippe. Auch als Teilruine immer noch sehr beeindruckend. Man konnte auf den hoechsten Turm steigen wo man eine fantastische Aussicht hatte, was wir natuerlich auch taten. Im Hof hatte es einen 32 m tiefen Brunnen, Noel und Anouk waren fasziniert wie lange ein Steinchen brauchte, bis es unten ankam. Das Beste kam erst noch, denn als wir drinnen die Kanone besichtigten, begann es auf dem Meer zu regnen, und als wir rauskamen, spannte sich ein Regenbogen ueber das Meer. Es sah aus, als wuerden die Farben dem Wasser entspringen, dazu diese atemberaubende Landschaft = *Ueberbeiss*.. wie im Kino! Nachdem wir das kraeftig eingezogen hatten, machten wir uns auf den Heimweg, und irgendwie habe ich das Gefuehl, das am Montag wenn wir um 10:20 von dieser Insel abheben, 4 Herzen im A 319 sehr schwer werden…
P.S. Ankunft in Genf Montag 21.7. 13:35 (falls wir den einsteigen:-)
Nach dem Sinnes Overkill der letzten Tage schoben wir mal eine kleine Pause ein. Nach einem ausgiebigen Zmorgen gingen wir wie versprochen noch einmal ins Softplay nach Queensferry, wo die Kinder sich austoben konnten und wir in Ruhe ein wenig dasitzen und ueber Gott und die Welt reden. Uebrigens viel uns auf, das alle anwesenden Muetter eher aelter waren, vielleicht auch nur Zufall. Gym Tots gilt ja nicht als zuverlaessige Stichprobe. Danach gings zum Zmittag wieder mal „nach Hause“ und am Nachmittag auf Einkaufstour, um unsere vorletzten Pounds loszuwerden. Highlight war das Glace beim Pizza Hut im Food Corner, man konnte selber nachfuellen soviel man wollte! Noel hat 2x, Anouk 3x und Papa 4x nachgefuellt, Masslosigkeit ist definitiv seine Lieblings- Todsuende.. Mama nahm nur einen kleinen Pudding. Das Ganze kostete pro Becher 99 Pence, so ge**! Am Abend war dann nix mit frueh einschlafen, so machten wir nochmals einen Spaziergang dem Kanal entlang, auf der Aussschau nach wilden Hasen, von denen es hier viel mehr hat als bei uns. Am meisten haben wir rund ums Gebuesch vom Burger King in Queensferry gesehen, hier im Wald sind sie ein wenig scheuer. Aber ein paar sahen wir vorbeihuschen. Emma hat noch telefoniert, sie habe in Avenches in einem Restaurant das beste Essen ihres Lebens gehabt, leider konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen was es war. Sie kamen mit einem paar am Nebentisch ins Gespraech, die auch begeistert waren vom Haustauschen und nun haben sie provisorisch schon fuers naechste Jahr abgemacht! Sie wohnen glaub ich am Neuenburgersee. Vielleicht kommen sie dann uns mal noch besuchen, was natuerlich Hammer waere, sie mal nicht nur virtuell zu sehen. Nun ist glaub ich endlich Ruhe eingekehrt und ich kann auch ins Bett, good night!
Das Gespenst zeigte sich nicht, so konnten wir alle ruhig schlafen und anschliessend den Zmorgen geniessen. Highlight fuer Noel war der Durchlauftoaster. Die Falls of Shin, ganz in der Naehe, waren unsere naechste Etappe. Die Falls ein wenig klein, aber in einer schoenen Landschaft, dafuer hatte es einen sehr coolen Spielplatz mit Hindernislauf. Noel und Anouk sahen danach aus wie nach der Kampfbahn in der RS. Da sich das Wetter laufend besserte, konnte sich Cathy’s Vorschlag durchsetzen und wir besuchten das Schlachtfeld von Culloden. Dort haben die Englaender den Jakobitern und Highlaendern eine vernichtende Niederlage zugefuegt und danach alles schottische abgeschlachtet. (fuer Interessierte: http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Culloden) Ja schnell ein Denkmal anschauen, dann weiter. Denkste! Was wir dort antrafen fesselte mich als Paedagogen sehr. Mithilfe der EU wurde ein Battle Memorial errichtet mit Museum und allem drum und dran. Aber nicht so ein abgestaubtes, sondern top modern und didaktisch absolut genial umgesetzt: Audio Zeugenberichte, Computergrafiken die den Schlachtverlauf erklaeren, original Waffen und Ausruestungen, 4x am Tag erzaehlt ein verkleiderter Soldat die Geschichte der Schlacht, alles kurz und buendig erklaert, super aufgemacht. Man konnte auch einmal eine Muskete in die Hand nehmen (sehr schwer und fast unmoeglich zum zielen) Highlight war das Schlachtfeld selbst, wo man mit einem Audio GPS guide spazieren konnte und an markierten Stellen erzaehlten Beteiligte ihre Geschichte, untermalt mit Schlachtlaerm. Es war, als wuerde rundherum der Kampf wieder aufgenommen werden. Sehr eindrucksvoll. Nur Noel fand es ein wenig langweilig, so desertierten wir beide ins Cafe. Dort hatte es einen lustigen Hinweis: healthy options, Betonung auf OPTIONS! Sehr sympathisch, keine Spur von diesem Fitnesswahn bei uns. Das waere sicher ein Tagesausflug gewesen, ein Grund zum wiederkommen. Auf der weiteren Heimfahrt durchquerten wir wieder die mittleren Highlands, die eben so sind wie man sie sich vorstellt. Mehr im Norden war es wieder mehr bewaldet. Nun wussten wir auch, warum man Schottland im Gegenuhrzeigersinn erkunden sollte, damit das Beste am Schluss kommt! Wir machten noch Halt im Highland Folk Museum, das wie der Ballenberg aufgemacht ist, aber nach meiner Erinnerung daran (ich denke da an ein Traumatisches Erlebnis Anfangs meiner Teenie Jahre) war das hier viel spannender. Noel musste alle Maschienen und Drescher und Muehlen ausprobieren, definitv im Delirium befand er sich vor der Saegerei mit einem echten Wasserrad Antrieb, dort brachte man ihn nicht mehr Weg. Dann besichtigten wir noch ein nachgebautes Highlander Haus aus Torf und Holz. Am Feuer erzaehlte uns eine Highlaenderin etwas ueber die damaliege Lebensart. Da musste man schon sehr gut miteinander auskommen, denn 3 Generationen teilten sich 2 Raeume, im Winter noch die Tiere dazu. Nur zum Sterben, wenn man krank war oder fuer die Hochzeitsnacht hatte es ein extra Bett im Vorratsraum. Als wir rauskamen rochen wir wie eine Flasche Laphroig Single Malt, dieser Geruch hat sich nun definitv in mein Gedaechtnis gebrannt. Auf der weiteren Fahrt spielten Anouk und Noel die Schlacht von Culloden nach, aber sonst ging es ganz gut. K.O. aber voller Eindruecke war dann um 23:00 auch Ruhe im Haus eingekehrt.
Am Morgen hatten wir ein wenig Stress, die Faehre zu erwischen. Als wir unterwegs waren, neigte sich zu allem Elend noch die Tankanzeige bedrohlich dem Ende zu. Das waers jetzt noch, mittem im Nirgendwo stecken bleiben. REFUEL stand auf der Anzeige, ja ich weiss! Mit Ach und Krach schafften wir es zum naechsten Dorf, wo es eine Tankstelle (Monopol = sehr teuer) hatte. Nach der Ueberfahrt und einer weiteren Stunde single track Roads endlich wieder zweispurig. Man gewoehnt sich daran, aber es ist sehr anstrengend. Aehnlich wie ein Rally Game auf dem PC, mit der Ausnahme, dass man nur ein Leben hat. Zum Zwischenhalt am Loch Ness Center moechte ich das Wort einem oesterreichischen Familienvater das Wort geben, den wir am Parkplatz trafen: „Wir ham ja gwusst, das es a Bloedsinn ist, aber so a Bloedsinn!“ *sign* Bis zu unserer Unterkunft in Carbisdale (60 min von Inverness) warens wieder ein paar Meilen, aber die Kinder hielten sich gut. Mit den Distanzen haben wir es noch nicht so. Aufgrund des Zeitmangels fuhren wir an Inverness nur vorbei, obwohl es auch noch sehenswert gewesen waere. D.h. ein wenig von der Stadt sahen wir schon, aber nur, weil Papa auf der Karte nicht weiterblaetterte und so die Ausfahrt verpasste. Irgendwann einmal erreichten wir dann doch noch unser Schloss, ja ein richtiges Schloss als Jugendherberge. (http://de.wikipedia.org/wiki/Carbisdale_Castle)
Beim Znacht waren die Kids (zugegeben auch die Eltern) ziemlich dure. So machten wir noch einen friedlichen Spaziergang rund ums Schloss. Noel spielte Robin Hood und Anouk Prinzessin. Nur schon fuer das Erlebnis der Kinder hatte sich die lange Fahrt gelohnt. Das Einschlafen ging nach mehreren Anlaeufen (Noels Shoppen blieb leider in Tobermory = 15min Dauergeschrei „muesch dihei go hole“) dann auch. Ach ja, im Schloss sollen mehrere Gespenster hausen. Natuerlich nur Humbug, und doch getraute sich ein Mitglied der Familie um halb eins nicht aus dem Zimmer aufs WC…
Special Echte offizielle Strassenschilder, gesehen unterwegs:
Sheeps ahead, Cows ahead (haben wir auch neben der Strasse gesehen)
Frustration leads to accidents, allow overtake (sollte mal zwischen Biel und Lyss aufgestellt werden)
Tiredness kills, take a break (speziell fuer Cathy)
Speed cameras (wenns dann mal eine hat, ist sie noch rot gelb angemalt)
Speed control (dann folgt ein grosses neon gelbes Polizei Auto mit einem Radar der gross draufgemalt ist)
Unmarked police cars on the way (sehr sinnvoll!)
Ferien in den Ferien, das haben wir auch noch nie gemacht. Das Schoene war, das die Reise schon ein Erlebnis war. Unser erstes Ziel war die Isle of Mull, mit dem Hauptziel Iona. Vorab durchs beruehmte Glencoe Tal, wo es uns und vor allem Cathy die Sprache verschlug, Bravehart Kino 1:1. Leider war das Wetter ziemlich mies, das wir nur vorbeifahren konnten, aber selbst das war sehr eindrucksvoll. Waehrend der Fahrt merkten wir, dass wir uns mit den Distanzen ein wenig verschaetzt hatten, vor allem wenn nach 30 min die Autobahn schon aufhoert… so nahmen wir direkten Kurs auf Mull. Well, direkt kann man dem nicht sagen. 1h bis zur Faehre und dann auf der Insel noch einmal 1h fuhren wir ueber single track Roads, der definitve Alptraum jedes Fahrschuehlers. Das sind einspurige Strassen und alle 50-100m hat es eine Ausweichstelle, wer naeher bei einer ist, muss anhalten und den anderen vorbeilassen. Da ist volle Konzentration angesagt, v.a. wenn einem in einer Kurve ein Bus entgegenkommt, dessen Fahrer die Strassen gut kennt und dementsprechend schnell faehrt. Diverse Bremsspuren zeugen von waghalsigen Manoevern. Aber Cathy meisterte diese Herausforderung mit Bravour und brachte uns sicher ans Ziel. Zum Glueck fuhr auch um 16:00 noch eine Faehre (sonst Zeter Mordio von Papa) nach Iona (Faehren werden nur von einer Gesellschaft betrieben und kosten ein Vermoegen). Das Wetter besserte sich und die lange Fahrt war es wert. Iona, eine kleine Insel mit einer grossen Geschichte. Von hier zog der heilige Columban aus, um Schottland zu christianisieren, das Book of Kells wurde hier geschrieben und es ist die letzte Ruehstaette zahlreicher Koenige und Innen. Iona Abbey war sehr eindrucksvoll, eine kleine schlichte Klosteranlage wo auch heute noch eine Glaubensgemeinschaft beheimatet ist. Man fuehlte sich dem Himmel ein Stueck naeher. Das ist jetzt ein wenig kitschig, aber dieses Gefuehl hatte man wirklich. Auf der langen Rueckreise ueber die engen Strassen ging alles gut, das ganze hat auch noch eine soziale Komponente, man winkt freundlich wenn man vorbeigelassen wird oder am meisten Freude macht man einem schnelleren Fahrzeug, wenn man es ueberholen laesst. Ach ja, ganz vergessen. Das groesste Hindernis auf der Strasse sind Schafe, die ueberall (auch auf der Strasse) herumlaufen und sich einen Dreck um Autos scheren. Lebensmuede Viecher… Anouk und Noel fanden das natuerlich sehr lustig. Endlich am anderen Ende der Insel in Tobermory angekommen, wurden wir in der Jugendherberge herzlich begruesst. Einfach aber sehr sauber. Die Kids, die sich den ganzen Tag sehr gut gehalten haben, waren ein wenig ueberdreht. Nach dem Znacht im huebschen Doerfli gingen wir zu Bett, schlafen wollten aber nur die Eltern…
Von so einer Stadt haben wir natuerlich erst das Wichtigste gesehen. Diesmal haben wir etwas gelernt: Stress am Morgen vermeiden = Park and Ride benutzen! Cathy’s Idee. Das Park ist gratis und das Ride in die City nur 6 Stutz, nach 20 min Holperfahrt sind wir auch dort. An der Princess Street finden wir einen Souvenierladen, der den Namen auch verdient und decken uns mit allerlei Zeug ein. Am besten gefaellt mir der Kilt fuer Noel, endlich kann er voellig legal ein Roeckli tragen, sieht sehr cool aus! Danach haben wir den Kindern eine Sightseeing Tour in einem offenen Doppeldecker Bus versprochen. Also nix wie los! Denkste: der Bus steht zu Beginn mehr im Stau als das er fahren wuerde. An dieser Stelle moechte ich eine kleine Polemik zum oeffentlichen Verkehr von Edinburgh einschieben. (Edinburgh hat ca. 100’000 Einwohner mehr als Zuerich, knapp eine halbe Million. ):
Die Anleitung wie man ein suboptimales Transport System konzipiert: Tiefe Einheitstarife (okay, finde ich eigentlich noch gut, fuer den Preis kommen wir in Lyss nicht mal zum Bahnhof), Busspuren nur ausserhalb des Zentrums und auf allen Hauptverkehrsachsen fahren Busse und Pw’s zusammen, 3 kleine Busse der gleichen Linie fahren hintereinander statt 1 grosser, auf der Hauptachse ca. 10 Bushalte nacheinander statt ein Terminal, Tickets koennen nur beim Fahrer geloest werden, der Bus hat demnach nur eine Tuere, keine S-Bahnen oder Trams, Alle Linien muessen beim Bahnhof vorbei auf der gleichen Strasse, ihr Slogan: Beat the traffic, take the Bus! 🙂
So nun genug gelaestert, es wurde mir nur wieder bewusst warum ein City Ticket nach Bern 14.60 CHF kostet. Da wegen den oben beschriebenen Gruenden sich die Tour in die Laenge zog stiegen wir beim Parlament aus. Ein sehr schoener Bau und ein guter Kontrast zu den Schloessern und Burgen. Dieses Parlament kuemmert sich um inner schottische Angelegenheiten und kann minim die Steuern erhoehen. Allerdings hat bei allen Entscheiden immer London das letzte Wort. Aber im Jahr 2010 strebt die amtierend fuehrende scotish national party (dagegen ist die SVP ein Kindergarten) Ein Referendum ueber die schottische Unabhaengigkeit an. Mal gespannt was dabei rauskommt. Beim Eingang zum Parlament mussten wir durch den Security check. Danach nahm der freundliche Herr unsere Rucksaecke auseinander, bis er das swiss army knife gefunden hatte! Ups, vergessen… Ich durfte es dann am Ende des Besuchs wieder abholen. Das Parlament hat sogar eine gratis Kinderkrippe, falls Mami mal schnell einen Gesetzesentwurf schreiben muss… Dort wo 1999 das Gebaeude eroeffnet wurde, stand vorher uebrigens eine Brauerei. Die Frage, was mehr zum Volkswohl beitraegt, ueberlasse ich den Lesern. Fuer die Rueckfahrt (okay, nie mehr waehrend der Rush hour) brauchten wir nur 1h und 25 min, Noel, Anouk und Mama schliefen nach 10 Kurven tief und fest, und Papa fragte sich, ob er das naechste Mal nicht besser wieder den Zug nehmen sollte.
*die naechsten 2 Tage sind wir in den Highlands, evt. kein Blog*
Heute zeichnet sich mal wieder gutes Wetter ab, optimistisch wie wir sind, packen wir mal das Badezeug ein. Zuerst gehts aber nach Bo’Ness, wo man mit einem echten Dampfzug eine Runde fahren kann. Als wir ankommen, die vermeintlich grosse Enttaeuschung, die Lok ist kaputt. Aber vielleicht schaffe man es noch, eine andere aufzuheizen, erklaert mir ein aelterer Herr, der hier wohl seinen Kindergeburi nachholt. Well, dann halt erst mal ins Cafe, vorbei an allen erdenklichen Thomas die Lokomotive Andenken. Also, ich ging vorbei, Noel und Anouk nicht. Zum Glueck haben sie noch Taschengeld. Zum Kafi (der entweder Black, White, regular, Latte, Espresso heisst aber dann doch nicht das drin ist was man erwartet. Ist die Tasse noch nicht voll, einfach noch heisses Wasser dazu = Farbiges Etwas. ) nahm ich Ingwer Guetzli, definitiv zum letzten Mal. Oh Freude, vor den Zug wird eine Dampflok gespannt! Noel nahe am Delirium. Auf der Fahrt muss Papa wieder das Gesicht zum Fenster raus strecken (Don’t lean out of the window!) Nachdem er saemtlichen Russ in die Augen gekriegt hat, weiss er auch wiso. Rumpel rumpel hin und wieder zurueck. Der Verdacht kommt auf, dass Papa am meisten Freude daran hatte. „If you are into beaches, go to the silver sands beach“ schrieb Emma, yes und wie wir into beaches sind! Der Himmel klaert sich immer mehr auf und die Sonne waermt unsere Haut. Das Wasser ist ein wenig kalt, aber sonst alles wie ein Strand sein muss. Hunde und ihre Besitzer werden vom Lifeguard wegeschickt! Scotland rulez! Die Kids und Papa buddeln und graben. Anscheinend erregt das Swiss designed castle Aufsehen, innert Kuerze helfen andere Kinder mit. „Have you done this? Can i help? You can have my spade if you want“ Vielleicht fallen wir oder unsere Sprache auch auf, wir sind die einzigen Touristen scheint mir. Auch das ein Plus des Haustauschs, durch die Tipps von Emma gelangen wir an Orte, wo man sonst unwissend vorbeifahren wuerde. Die Sonne laesst uns nicht hangen und nur ein schwacher Wind blaest. Nachdem Cathy uns noch ein Cornet spendiert, ist der Strandtag perfekt (von ihrem Taschengeld naemlech!) Unter Zeter Mordio (Noel waere wohl immer noch dort) verlassen wir Silver Sands und gehen noch *Spoiler fuer Pastoren und Gemeindeaelteste* einkaufen. An der Kasse fragt der Verkaeufer: Are you on holidays? Where’r ou from? Ah Switzerland, i ’s once in Lusn. Nach mehrmaligenm Nachfragen meinerseits (Luzern? Luetzelflueh? Lyss?) ah, you mean Lausanne? Ach tat das gut… Danke Alfie vom Morrison Superstore!
Heute gabs zur Abwechslung mal wieder Toast zum Fruehstueck. Also jeden Tag, ich weiss nicht. Dafuer haben sie einen 4er Toaster, geht sehr schnell. Das Wetter mal wieder eher durchzogen: Light showers with some sunny intervals and moderate visibilaty, laut dem BBC Wetterdienst. Ein wenig von Allem und das trifft es dann ziemlich gut. Am Morgen stand das Falkirk Wheel auf dem Programm, sehr eindrucksvoll. Da es sich schlecht beschreiben laesst, hier ein Bild davon:
Das ist eine Schleuse, die wie ein rotierender Lift funktioniert (schiints die einzige auf der Welt). Erbaut zu Ehren des Koenigreichs und als Sinnbild des modernen Schottlands. Hier ein Video dazu:
http://de.youtube.com/watch?v=n61KUGDWz2A
Mal was anderes als nur Steinhaufen. Natuerlich mussten wir auch eine Fahrt mit dem Boot unternehmen „unbedingt, das muess jetzt sii“, und 10 min spaeter und 20 £ aermer sassen wir auch im Boot auf dem Lift. Da es sonst in Falkirk nicht allzu viel zu sehen gab (ist uebrigens der ORt, wo Robert de Bruce den Englandern in den Ar*** getreten hat, siehe Ende von Braveheart) gings weiter nach Sterling (ist uebrigens der Ort, wo William Wallace den Englaendern in den Ar*** getreten hat, siehe Mitte von Braveheart). Emma und ihre Nachbarn schwaermten von Stirling, aber wahrscheinlich mehr aus patriotischen Gefuehlen her, weil so atemberaubend war das Schloss jetzt auch wieder nicht. Aber wir hatten ja noch einen Tag auf unserem Pass zu Gute. Das Ruetli waere fuer die Schotten wohl auch nicht so interessant. Aber es hatte Kanonen zum rumklettern und Noel kriegte man fast nicht mehr runter. Dann konnten wir am Samstag um halb sechs noch einkaufen gehen, was ich sehr praktisch finde. Die Verkaeuferinnen muessen sowiso um ihren Job bangen, da es schon self scan Kassen hat, wo man alles selber einscannen kann. Und wehe, man steht mit 7 Produkten bei der normalen Kasse an, schon wird man freundlich von einem Assistent an die Express Kasse verwiesen. Auf der Heimfahrt haette uns fast ein Bus mitgenommen, der auf der rechten Spur entgegenkam! Sonst sind die Schotten eher gemuetliche Autofahrer, aussert mit dem Vortritt nehmen sie es nicht so genau, nach dem Motto, ich komme, du musst ausweichen, was uns dieser Bus eindruecklich demonstrierte. Nach einem Abendspaziergang gings dann nach Bettenhausen, die Kids schlafen jetzt hoffentlich, mit dem obligaten pluesch Nessi im Arm.
Eine Vorbemerkung: Merci fuer all die Reaktionen und Kommentare! Dank euch ist der Blog schon im 1 Rank bei Google unter Wendels in Scotland 🙂
Well, heute machten wir eine weitere Castle Tour. Auch hier nochmals ein offizieller Dank an die Empfangsdame in Lifgw, die mir den Explorer Pass verkauft hat. Sonst wuerden wir fuer jeden Steinhaufen 20 £ liegen lassen und konnten nun stattdessen auswaerts essen gehen. Die erste Station war Loch Leven mit Leven Castle. Dort war einst Maria Stuart (ja, die war halt fast ueberall) ein Jahr gefangen gehalten. Muss aber sagen, ein sehr schoenes Gefaengnis! Zuerst gings mit dem Boot auf eine kleine Insel mitten im Loch (See). Alcatraz auf schottisch. Unterwegs viel Anouks Hut ins Wasser, der nette Bootsmann machte rechtsumkehrt und Papa fischte ihn wieder raus. Das Castle sah ganz verwunschen aus, und nachdem der noch nettere Herr beim Infocenter mir noch ein Buch ueber Loch Leven angedreht hatte, gingen wir auf Besichtigungs Tour. Anouk interessiert das sehr, was mich schon ein wenig ueberrascht (Immer muend mer Chile aluaegae! gell Papa..) und Noel findet das verstecken in den dunklen Kellern lustig. Rund ums Schloss spazierte ein Auerhahn aehnliches Gebilde mit seinen zwei Jungen (Viecher hat es hier..) Seine Federn konnte man rund ums Schloss einsammeln, was natuerlich sehr lustig war. Dann fanden wir noch einen riesen Spielplatz wo wir aktive Mittagspause machten. Danach fuhren wir ins Deer Center, wo man Hirsche, Schafe und Rehe fuettern konnte, was Noel sehr gefiel. Der hatte auch vor einem grossen Hirsch keine Angst. Dann gab es noch eine Falken- Show, doch nach der ersten Runde flog der Falke davon und kam nicht wieder, d.h. erst als wir schon draussen waren. Es war ihm wohl zu doof. Was auch noch witzig ist, spaetestens den zweiten Satz mit schottischem Akzent verstehe ich nichts mehr. Dann fragen alle immer gerade, ob wir Ferien machen, woher man kommt, wohin man geht und SEHR wichtig: How you like it? Auch nach jedem Besuch: Did you like your stay? In der Schweiz kann man froh sein, wenn man ein Ade bekommt… Aber nicht schon wieder vergleichen, jaja, scho guet! Danach gings nach St. Andrews. Auf der fahrt ein Crashkurs in schottischen Roundabouts (Kreiseln), immer Doppelkreisel, Ampeln, Vorabzweiger, darunter die Autobahn oder darueber, jede Spur genau fuer eine Ausfahrt, der Alptraum jedes Fahrschuelers. In St. Andrews verschlug es uns bei der Aussicht vom Castle fast die Sprache, direkter Blick aufs offene Mehr, Straende, Felsen, einfach Hammer! Dafuer haette ich also anno dazumal auch ein paar Bauern unterjocht… Auf der Rueckfahrt ging alles glatt, die Kids waren sehr lieb, sind sich ja die langen Touren in den Osten gewohnt. Danach der verdiente auswaerts Znacht. Noel lag auf der Bank vor Muedigkeit. Als die Kellnerin kam, sagte ich ihm, er soll aufsitzen. Doch sie sagte nur, that’s okay, im tired too und legte ihren Kopf auf Noels Bauch.. Uebrigens: Sie war wohl Englaenderin, denn erst als ich meine Raiffeisen Mastercard zeigte, fragte sie: Are you holidays?
Der heutige Tag eignet sich besonders, ein paar Unterschiede zu unserer Heimat anzustellen. Die (Be) Wertung ueberlasse ich euch Leserinnen und Lesern. Als Lehrer muss man immer Vergleichen, darum.
Sicherheitswahn: Wir waren heute in einem Indoor Playland, weil es zur Abwechslung mal regnete. Drinnen wurden wir und unsere Kids von 5 Kameras ueberwacht. Bei „unserem“ Haus sind alle Fenster mit einem Schluessel nochmals abgeschlossen, was zum morgendlichen Lueften sehr umstaendlich ist. Die Hintertuere hat zum normalen Schloss nochmals 3 extra Riegelschloesser. Alle Spielplaetze sind rundherum eingezaeunt, was ich, nun erlaube ich mir trotzdem eine Bemerkung, sehr praktisch finde.
Familienfreundlich: Jeder Supermarkt hat extra breite Familienparkplaetze, die ich bei uns nur von Ikea kenne. Im Einkaufszentrum kann man gratis Buggys mieten. Im Food Corner des Einkaufszentrums hat es einen Baby care room mit Mikrowelle, Wickeltischen, Kinder wc und kaum hat man fertig gegessen, kommen zwei Angestellte und raumen alles weg und wischen den Boden. (Wenn ich daran denke, wie es im Migros Lyss Resti am Abend um 6 aussieht.., aber ja, sorry, keine Bewertung). Die Spielplatze sind nicht ganz so schoen wie bei uns, dafuer viel groesser und vielseitiger. Fuer alle Museen und Schloesser zahlen die Kinder schon ab 3, dafuer gibt es meistens Family Tickets, die den Namen auch verdienen.
Tiere: Heute sah ich: 8 Eichhoernchen, 1 grossen Feldhasen und 3 kleine und unzaehlige Schafe. Ach ja, nicht so viele Hunde wie in Frankreich oder bei uns, sie duerfen auch fast niergends rein, recht so!
Rauchen: Hier haette ich schon vor Jahren aufgehoert! Ein Paeckli Marlboro kostet umgerechnet 11 CHF, ein 5er Paeckli Moods 6 Stutz! Und alles ist rauchfrei, die Pubs, die Cafes, die Restaurants, die Laeden, sogar der Bahnsteig (Strafe 500 £). Habe noch keine Zigi gerochen seit wir hier sind. Ich habe den subjektiven Eindruck, das auch (verstaendlicherweise) weniger Leute rauchen. Hoffe, dass Emma (hat vor 2 Jahren aufgehoert) in der Schweiz nicht wieder anfaengt.. Liebe Gastrosuisse, es geht auch anders! Man muss halt ein wenig innovativ sein. So das war der letzte Kommentar fuer heute.
Eigentlich war es ja eine gute Idee, mit dem Zug nach Edinburgh zu fahren. Nur scheinen das alle zu machen weil es gab keine Parkplaetze mehr am Bahnhof. Nach langem Suchen fanden wir dann einen im Stadtzentrum und nicht am Bahnhof. Der kostete zwar etwas, aber in Edinburgh selber kostet das Parken schiints sehr viel. Und ehrlich gesagt, als ich dann dort den Verkehr sah, ohne mich! Nach dem langem Suchen besserte sich meine Laune am Schalter der First Scots Rail. Der Beamte fragte mich, wann wir zurueck wollen. Ja warum denn? Es gaebe darum billigere Tickets vor der Rush hour. Das waere mal eine Idee, gell liebe SBB statt viel bezahlen und trotzdem stehen. Mit einem lauten Dieselzug nach Waverly Station. Dort wurden wir von Bag pipe Musik begruesst und Anouk und Noel mussten natuerlich da mit aufs Photo. (by the way, Photos lade ich dann zu hause drauf) Dann folgte der lange Marsch zum Castle, nach Zeter Mordio seitens der Kinder und Motivationskuensten von Cathy schafften wir es bis dahin. Dank dem 5 Tage Pass konnten wir die lange Schlange vor dem Schalter und ein weiteres Zeter Mordio verhindern. Leider hat Cathy als erstes von dem 1 Uhr Kanonen Schuss erzaehlt, daraufhin hielt sich Noel die ganze Zeit die Ohren zu. Erst im Cafe bei einem Glace konnte er den Aufenthalt wieder geniessen. Von der Kanone sahen wir nur den Rauch. Das Schloss selber war der Hammer. Viele Museen auf alle Haeuser verteilt. Am besten waren natuerlich die Kronjuwelen, worauf hin sich Anouk und Noel eine Kitsch Krone und Zepter kaufen mussten. Anouk O Ton: Jetzt befil ich do! (Als taete sie das nicht schon lange…) Sogar ins Gefaengnis wagten sie sich, eng an Papa und Mama geklammert.
Beim Zvieri im Cafe war ich sehr erstaunt ueber die Freundlichkeit. Ein Vergleich zu Suedfrankreich, Kellner in Gruissan: B’jour, qoui? In Edinburgh: Hello, what do you want to drink? Something else? Thank you very much, enjoy your stay!
Danach gings die beruehmte Royal Mile hinab wieder zum Bahnhof, wo man fuers Perron betreten sein Ticket zeigen muss, warum auch immer. Im laermigen Dieselzug wieder nach Hause. Nach dem erstklassigen Znacht von Cathy, die trotz der Absenz von Bratensauce ein vorzuegliches Hackfleisch kochte, waere ich sofort ins Bett gefallen, nur die Kinder nicht… Jetzt schlafen sie glaube ich aber auch und traeumen von Kanonen und Koeniginnen.
Gar nicht mal so schlecht geschlafen, Noel ist gar nicht mehr wachzukriegen. Anouk puenktlich wie immer um 7:15 auf der Matte. Sie hat ein Malset von Megan Chalmer geschenkt bekommen und ist frueh am Morgen schon kreativ. Vater versucht unterdessen Kaffee zu machen. Spielsachen hat es im Ueberfluss und alles Sachen, die Papa und Mama NIEMALS erlauben wuerden weil sie entweder Musik machen, aus Plastik sind oder laermen.. Aber die Kids sind Happy wie ein Junkie in der Apotheker-Schnupperlehre. Am besten gefaellt mir: Learn the time with Thomas (der Lokomotive). TUUUT TUUUT. Nachdem alle wach sind gibts natuerlich Toast und Himbeer Konfi. Die habe ich zu hinterst im Kuehlschrank gefunden, sonst haetten wir doch tatsaechlich noch Orangen Marmelade nehmen muessen. Das ist fast so schlimm wie Pfefferminz Schokolade. Dann gingen wir ins naechst groessere Dorf Linlithgow (sprich Lifgw) zum Palace wo schon Maria Stuart gechillt hat. Die Kids fanden es spannend aber auch ein wenig gfuerchig da Cathy immer Schlossgespenst spielte. Die Dame an der Kasse war sehr freundlich und schenkte uns sogar einen Eintritt mittels 5 Tage Schloss Abo. Darueber war ich sehr froh, weil alles seeehr teuer ist, dafuer aber gut erhalten und beschrieben. Danach wollten wir ins Pub zu Mittag (Auf dem Eingang stand: Children are Welcome!), waren aber noch zu frueh. In einem Cafe fanden wir dann was Gutes zu essen. Eine Faszination ist das Wetter, das wirklich alle 5 min zu wechseln scheint. Heute wuerde glaub ich die Beschreibung „the weather is fine“ passen. Denn am Nachmittag konnten wir sogar an den Strand fahren! Ach ja, links fahren hat Cathy schon viel besser im Griff. Ich hasse vor allem die Kreisel… Zum Glueck helfen 4 Augen auf die Strasse zu schauen. Der Strand war wunderschoen und sehr sauber. Wir fuehlten uns fast wie in Suedfrankreich im Herbst. Noch zwei lustige Begebenheiten die Innes Chalmer erzaehlte: Sie machten heute in der Migros ihren Grosseinkauf. Die Verkaeuferin liess nicht locker bis sie ihre Murmeln aus dem Automat holten und zeigte ihnen noch wie es geht. So warten nun auf uns 2 Saecke mit Murmeln 🙂 Das Zweite war, dass ich vergessen hatte, den Tabak fuer die Wasserpfeife der im Kuehlschrank lagert anzuschreiben. Emma versuchte es, aufs Brot zu streichen (weil es so gut riecht, eben, wenn du Orangenmarmelade zum Zmorgae nimmst ist das nicht ungewoehnlich). Sie liess es dann aber bleiben, weil es ihr nicht ganz geheuer war…
Endlich ist es soweit, ab in den Norden! Unser Abenteuer Haustausch hat begonnen! Nachdem wir das Haus auf Hochglanz poliert und alles erdenkliche geflickt haben, gings endlich los! Noel fragte in Bargen bereits ob wir schon da seien.. Am Flughafen Genf die erste Ueberraschung: 55 CHF fuers bewachte Parking! Halsabschneider! Am Check in ging alles glatt, und nachdem wir auf der Tafel erfuhren, dass unser Flug 40 min Verspaetung hat, machten wir uns auf die Suche nach Beschaeftigung fuer die Kids. Zwischen Baugeruesten fanden wir eine Kinderkrippe mit allem drum und dran. Dann endlich im Terminal. Als der Flieger ankommt, sehen wir die Chalmer Family kurz durchs Fenster, dann speedy boarding in den A319 von easy jet. Angenehm ueberrascht durch die nette (und huebsche) Bedienung. Noel und Anouk fanden das fliegen super, einzig dem Vater wurde es ein wenig komisch. Noel konnte es nicht genug „huddeln“… In Edinburgh angekommen typisch schottisches Wetter. Beim secure air park wollten sie uns zuerst das Auto von den Chalmers nicht geben, dann nach zahlreichen Anlaufen meinerseits (wer spricht hier schon Oxford Englisch?) konnte ich ihm verstaendlich machen, was wir wollen: Den neuen schoenen Zafira! Nach ein paar Ehrenrunden fanden wir das typisch britische Haus. Gemuetlich aber ein wenig ein Chaos. Entweder haben wir Schweizer einen Putzfimmel oder die Schotten einen Hang zur sagen wir mal „kreativen Wohnungsgestaltung“. Dann ein Telefon nach Hause (sehr seltsam die eigenen Nummer zu waehlen und jemand anders am Apparat zu haben). Den Chalmers gehts gut, sie schwaermte schon nach einem Restaurant Besuch von der schweizer Kueche. Wir sollten dann gefasst sein in Schottland meinte sie. Nach dem lang ersehnten Znacht (Schon mal in einer fremden Kueche gekocht? Eben..) und Zahlreichen Ueberredungskuensten fallen alle zufrieden ins Bett.