Hier folgt er, der letzte Eintrag unseres Ferienblogs aus Brügge. Als wäre es gestern gewesen, habe ich heute das letzte mal ein Bierchen auf der Terasse der Magdalenastraat 45 genossen. Da wird uns schon ein wenig wehmütig ums Herz. Die Stadthaben wir noch einmal in vollen Zügen genossen, unsere letzten Busfahrten eingelöst und das letzte Mal den grossen Markt mit Belfried gesehen. Auch stand noch die versprochene Kutschenfahrt auf dem Programm. Die ganzen zwei Wochen haben wir die Leute ausgelacht, die solange Schlange standen für eine Fahrt, nun fanden sich Noël und ich in ebendieser Schlange wieder. Mit sehr erstaunlicher Geduld ertrug Noël das Warten, solange hat er glaubs sowieso noch nie gewartet. Die 30min gingen dann auch schnell vorbei und unsere Kutscherin und Pferd Jessie führten uns durch die Altstadt. Sowas hätten wir wirklich an unserem Hochzeit gebraucht! Die Kutscherin konnte super Deutsch, und dann nicht nur die paar Standartsätze! Die Kinder sassen vorne neben der Kutscherin und waren wieder mal im Flow.Im Hema gabs Zvieri und Cathy liess im Laden noch unsere vorletzten Euro liegen. Zu Hause (noch für 24h) gingen die Kinder und ich im nahen Magdalenapark Boccia spielen, auf einer richtigen Bahn. Damit wäre dann auch das letzte Versprechen eingelöst gewesen. Am Abend besuchten wir ein von Liliane empfohlenes Restaurant, sehr idyllisch und schön auf dem Land gelegen, mit einem riesen Spielplatz, ein super Tipp! Und nun, ja, gehts bald nach Hause. Es hat uns ausserordentlich gut gefallen, Liliane in der Schweiz und in Lyss auch, was uns natürlich sehr freut. So vieles wird uns fehlen, aber wir kommen hoffentlich wieder einmal zurück, Brügge sehen und noch nicht sterben!
Archiv des Monats: August 2010
Himmelwärts
Nach dem Meeresgrund gings weiter nach Damme (Ja Jean-Claude Van Damme ist auch ein Belgier), ein nettes kleines Dörfchen, das umgeben von Kanälen ist. In einem Souveniershop-Bäckerei-Bistro gabs einen verspäteten Zmittag. Irgendwie müssen wir dann wieder einen normalen Tagesrythmus hinkriegen (die Kinder schlafen immer noch nicht), wir haben ja noch eine Woche Zeit bis Schulbeginn, haha. Nach einem Rundgang durch das Dörfchen gingen wir noch die Kirche besichtigen und stiegen auf den Turm. In einer Nische hatte es ein Taubennest mit einem jungen Täubchen (also eines mit Flügeln natürlich) und seiner Mama, für die Kinder hatte es sich schon gelohnt. Von zuoberst hatte man eine wunderbare Aussicht über die Polders, topfeben. Die Kirche war auch sehr schön, oben an der Decke waren die ältesten Holzfiguren Belgiens angebracht. Die Bilderstürmer konnten sie annodazumal nicht runterreissen, weil ihre Stangen zu kurz waren… Danach fuhren wir nach Hause, das aber nur noch für 2 Tage unser Zuhause ist, leider…
Auf Tauchstation
Heute lösten wir ein jähriges Versprechen ein, dass wir Noël gegeben hatten, wir besuchten den Seafrontpark in Zeebrugge. Letztes Jahr konnte sich noch die Hafenrundfahrt durchsetzen, diesesmal nicht. Die visuell nicht unansprechende Dame am Eingang konnte sogar sehr gut Deutsch (was übrigens noch viele Belgier können). Zuerst ging es ums Meer und was darin lebt, einige Austellungsobjekte musste man sich sogar erkriechen, zum Glück ist Papa nicht steckengeblieben. Danach ging es um den Hafen von Zeebrugge und die Schifffahrt allgemein, das war dann eher für die Älteren interessant. Als Abschluss folgte das Highlight, ein echtes russisches U-Boot aus den 60iger Jahren. Sehr eng, an den Wänden unzählige Kabel, Ventile, Schalter… Kaum vorstellbar, dass das Ding jemals gefahren ist. Unvorstellbar aber, wie man es hier 3 Monate lang aushalten konnte, mit 69 Kameraden, einer Pritsche die man mit 10 anderen teilen musste und eisiger Kälte. Dazu schwammen noch 10 Torpedos (2,5m lang) und 50 Granaten mit, so zur Beruhigung. Den Kindern und Cathy wars so schon zu eng, und am Ende waren wir alle froh diesem schwimmenden Sarg entkommen zu sein. Im Hafen von Zeebrugge passierte übrigens 1987 ein schweres Färenunglück (die älteren mögen sich vielleicht noch erinnern), zu dem der belgische Sänger Milow ein wunderschönes Lied verfasst hat:
Special: Belgische Eigenheiten
Fritieren: Alles kommt in die Friteuse, Hackbällchen so gross wie Tomaten, Cervelats, Bratwürste, Frikadellen, Spiessli… alles sehr gesund!
Der Flame, die Flämin: Auch beim 2. Mal meist reserviert, aber wenn man jemanden ein wenig besser kennt, wie z.B. Thebens, tauen sie dann schon auf. Viele können 2-3 Sprachen, nicht nur an Tourismus- Orten.
Kompliziert: Das doch eher komplizierte Regierungssystem zieht sich durch das Alltagsleben hindurch. Z.B. gibt es verschiedene MwST-Sätze, von 6.5 bis 21%. Das Gas für die Heizung hat einen von 6.5, dasjenige fürs Auto von 21. Da gibt es ganz Schlaue, die neben dem Haus gerade auch noch das Auto tanken.
Die Sprache, immer wieder lustig, hier ein paar Beispiele:
gevogelte: Pouletfleisch / gillen: kreischen, schreien / Knuffel: Knuddel / doolhof: Irrgarten
Friten & Shopping
Wohl zum letzten Mal waren wir dieses mal im Carrefour, für die Kinder ist das einkaufen so schon ein Erlebnis dank dem grossen Spielplatz. Biervorräte wurden natürlich auch eingekauft, um die Zeit nach Belgien zu überbrücken (so die ersten 24 h). Zum quasi Zmittag gingen wir ins Fritten Museum in Brugge. Schon beim Eingang schmeckt es nach Pommesfrittes. Zum Glück nicht im ganzen Museum. Auch hier gab es für die Kinder eine Kurzzusammenfassung, sehr praktisch. Den Film über die Herstellung der Frites mochten Anouk und Noël sogar zweimal anschauen. Das Highlight war eine nachgebaute Frittenbude, wo die beiden sofort die Küche übernahmen und uns bedienten. Im Keller des Museums konntem an natürlich für ein paar Euro noch die richtigen probieren, was wir uns nicht entgehen liessen. Um die vielen Kalorien zu vebrennen, nahmen wir die 366 Stufen auf den Belfried in Angriff. Mama ging derweil auf Shopping Tour, was sich wirklich im C&A auszahlte, bis zu 50% billiger als bei uns. Anouk überredete Noël sogar, bis zu oberst zu kommen. Weiss nicht, wie sie das gemacht hat. Die Aussicht war natürlich wie immer grandios.
Auf dem Heimweg blieben wir in einem Kaufhaus (Hema) hängen, wo es ein günstiges Glacé und WC’s (Schwanger und so..) gab. Nachher machten wir uns daran, unser Taschengeld dem belgischen BIP zuzuführen. Es war nicht so teuer wie z.B. Loeb bei uns, aber die Auswahl sogar noch besser. Dave kaufte sich ein langersehntes Souvenir, dem Cathy sogar in einer schwachen Sekunde zustimmte (eine Minifriteuse) und Cathy Babyzeugs, das fängt ja schon früh an. Danach gings auf den Heimweg, aber mit dem Bus, den wir hatten mittlerweile ein wenig viel Gepäck dabei.