Archiv des Monats: Juli 2009

The best of..

Wegen der fortgeschrittenen Zeit heute nur noch ein kurzer Beitrag. Müde vom Putzen (v.a. Cathy) und Packen (v.a. Cathy) aber auch von einem sehr schönen letzten Tag gehts nun dem Ende zu. In 24 Minuten hat good old Switzerland Geburi und unsere Heimreise bricht schon bald an. Heute waren wir noch einmal am Strand, das Wetter war wiedererwarten sehr gut. Heute haben wir einmal eine zierliche Sandburg gebaut, das die Flut erst um 10 Uhr Abends ist.  Vorher fanden wir noch ein anderes Autodrom im Leopoldspark, mit Waschanlage, Polizei und Ampeln, (Noel = Überbeiss) und einem coolen Spielplatz. Nach Sonne und Sand sagten wir dem Meer adieu. Zum Znacht gingen wir noch einmal nach Brugge, wo wir uns sehr gesund in einem vegetarischen Restaurant einen kleinen Happen genehmigten (wenn wir dem Tipp von Els gefolgt wären). So aber besuchten wir ein traditionelles Belgisches Restaurant mit Frites, Bier, Fleisch, Waffeln und Crepes, gopfertori nochmals! Vor lauter Abschiednehmen von der schönen Stadt nahmen wir die falsche Ausfahrt und fuhren nach Oostende (Wir hatten heute kein Glück, beim Hinweg wurden wir von der Polizei abgedrängt, der Fahrer fluchte etwas auf Flämisch und wir lächelten nett). Der Umweg war aber beabsichtigt, wir sahen seit zwei Wochen den ersten Schweizer (also genauer einen Zürcher), der sich schnell davonmachte als er die wilde Berner Horde im Rückspiegel erblickte. Und als zweites durften wir die Beleuchtung der belgischen Autobahn endlich endlich mal live erleben.

Es hat mir wie immer sehr spass gemacht zu schreiben, danke für alle Kommentare, sms, Emails aus der Heimat! Bis bald, wir freuen uns auf euch!

Wendels van Gent

Der letzte Ausflug: Die Uni Stadt Gent. Bald bald müssen wir Belgien den Rücken kehren, aber hoffentlich nicht für immer! Doch wir lassen noch nicht gross Wehmut aufkommen, es bleibt ja noch ein Tag. Zurück zu Gent. Es ist nicht ganz so herausgeputzt wie Brügge und ein wenig dreckiger, aber nett anzusehen allemal. Vor allem sind alle wichtigen Punkte nahe beieinander, was die Sache (v.a. mit Noel) doch erheblich erleichtert. Zielsicher fanden wir ein Parking im Zentrum. Von dort gings zum Fluss Leie, wo die Kinder eine Bootsrundfahrt entdeckten. So opferte Dave sein fast letztes Taschengeld und los gings. Es war spannend und interessant, ein wenig zu lange für die hungrigen Löwen und mit der Zeit auch ziemlich kalt, das Wetter schien uns nicht gut gesonnen (im wahrtsten Sinne des Wortes, was für ein lustiges Wortspiel!) So holte Papa vor dem Essen die Regenjacken aus dem Auto (ja, diesemal haben wir dran gedacht) und nach dem Essen ging es zu Fuss weiter. Auf Papa’s Initiative hin besichtigten wir die St. Baafs Kathedrale mit dem Genter Altar von Jan van Eyck. Staunen ist da nicht mehr der richtige Ausdruck. Die ganze Geschichte und die Rätsel drum herum sind ebenso spannend wie das Bild, wirklich faszinierend! Die ganze Kathedrale ist übrigens ein einziges Museum, Rubens und andere Zeitgenossen haben hier ihre Werke „ausgestellt“. Die Grossen hätten noch einige Zeit verweilen können, aber die jüngeren wollten endlich zur Burg Grafenstein, die mitten in der Stadt liegt. Dort machten wir einen Rundgang durch Türme und Folterkammern und Noel war in seinem Element. Vor allem die Armbrust begeisterte ihn. Danach gings zum obligaten Zvieri (ja es gab Waffeln). Die Bedienung sagte uns nicht auf Wiedersehen, weil wir kein Trinkgeld gaben, das war fast noch schlimmer als im Bahnhofrestaurant in Lyss. Es war ein sehr schöner Abschluss Ausflug, morgen gehen wir nochmals ans Meer, wenn das Wetter mitspielt. So, und in 7 Minuten muss ich den Abfallsack hinausstellen, der wird hier komischerweise in der Nacht abgeholt.

Morgarten 09 oder die Mutter aller Sandburgen

10:30 Eintreffen der Schweizer Delegation auf dem feindlichen Terrain, requirierung von 2 Liegestühlen und einem Sonnenschirm, bezahlen des Schutzgeldes an die örtliche Strandmafia. Einnehmen der gewohnten Positionen (Cathy Liegestuhl, Kinder und Papa am Burgen bauen). Erstellen des ersten Auslaufsbeckens. Feststellen das die Werkzeuge für das geplante Vorhaben nicht genügen. Einkauf von zwei Stahlstaufeln mit Holzgriff.
11:00 Ausbau des ersten und zweiten Schutzwalls, Abflüsse rechts und links erstellt. Die Ebbe hat ihren Tiefststand erreicht, es bleiben also noch 6 lange Stunden bis zum Showdown. Kinder wünschen einen Pool, wird mit den neuen Schaufeln im Nu erstellt. Leider lässt sich eine permanente Wasserversorgung noch nicht bewerkstelligen. Das Pool wird in ein Schlammbad umfunktioniert. Der Belfried wird errichtet. Zeit zum Zmittagessen.
12:15 Nach der Nahrungsaufnahme wird die Schweizerfahne feierlich auf dem Belfried gehiesst! Eine Festung mitten in Europa. Ein zweites Becken wird in Angriff genommen und auf Anouk’s Wunsch ein zeiter Zufluss für das Pool konstruiert. Danach gehen alle Eidgenossen ins Wasser baden.
13:00 Erste Angriffe auf unsere Festung! Zwei Wälle sind eingedrückt und das Pool ist von Wallonischen Seperatisten besetzt! Nach mehrmaligem zureden ziehen sie kampflos ab ohne sich zu entschuldigen. Noel’s böses Gesicht hat Eindruck gemacht. Mittlerweile ist ein flämischer Minigodzilla neben der Burg in Stellung gegangen. Er zertrampelt einen Zuflusskanal. Wegen der visuellen Erscheinung seiner weiblichen Fürsorgerin wird er gedultet.
14:00 Angriffe aus der Luft! Möven klauen das Brot des flämischen Minigodzillas, durch eine heroische Tat von Papa (schliessen der Lunchbox) werden weitere Attacken verhindert. Kaum Anerkennung durch die visuell ansprechende Fürsorgerin.
15:00 nach der Zvieripause sind weitere Teile von französischen Terroristinnen beschädigt worden. Sie ziehen sofort mit einem schiefen Lächeln ab, ausführliche Reperaturarbeiten. Ein flämischer Arbeiter wird rekrutiert, Noel wirft mit ihm aber nur Sandklumpen in den Pool, was nicht gerade förderlich ist. Die Türmchen die Anouk liebevoll gestaltet hat werden Opfer ihrer Angriffe. Anouk ist danach bei Mama auf dem Liegestuhl.
17:00 Eine permanente Wache wird eingeteilt. Noel desertiert nach 2 Minuten in ein anders Loch und Anouk geht ins Meer baden. Die visuell ansprechende Fürsorgerin des flämischen Minigodzillas ist ohne auf Wiedersehen zu sagen verschwunden. Sie ist leider schon aus der Reichweite um ihr Sandklumpen nachzuwerfen. Wenigstens wird jetzt der Zuflusskanal nicht mehr beschädigt. portugisische Roma – Splittergruppen stehlen zwei mal unsere Fahne. Sie wird mittels klugem taktischen Vorgehen (Mutter bringt sie wieder zurück) wiedergeholt. Die Wache (Papa) sitzt nun neben der Fahne, bewaffnet mit einer Stahlschaufel mit Holzgriff. Keine weiteren Vorkommnisse mehr.
18:30 Die Flut kommt, das Pool ist voll Wasser, alles funktioniert! Die pure Glückseligkeit!
18:31 Der Sieg ist unser!
18:45 Die Flut hat die Burg überdeckt, wir ziehen ab.

A various day

Die Zeit rast dahin, bald bricht der letzte Viertel unserer Ferien an. Der Entspannungsfaktor ist mittlerweile sehr gross geworden. V.a. auch wegen unseren zwei Kleinen, die sich wirklich sehr gut halten. Bevor wir aber vollends verfaulen oder verfetten machten wir uns doch noch auf, ins Carrefour zum Morgenessen. Dort hatte es im Restaurant einen Spielplatz, riesig, wie das Funland in Thun. Das wäre gemütliches Einkaufen, Frau geht posten, Kids spielen, Papa liest Zeitung und trinkt Kaffee, yeah! Nach der langen Mittagspause (so lange würden die zwei ja zu Hause nie Pause machen) gingen wir das beeindruckende Sandburgen Festival besichtigen (Fotos folgen). Nach Waffeln Nummer 13 & 14 und Biersorte 8 gingen wir durch die Dünen zur Pier in Blankenberge. Nach der obligaten halben Stunde Autodrom nahmen wir das Tram nach De Haan. Mittlerweile muss ich sagen, dass es eine sehr clevere Idee ist. Es verbindet alle wichtigen Orte und Strände miteinander, so kann man bequem Abwechslung in seine Ferien bringen. Im Zehnminutentakt bis um 21:00, danach alle 20 min bis Mitternacht. Die Tageskarte fürs ganze Netz kostet 5 Euro. Da nimmt man ein wenig Wackeln gerne in Kauf. Wenn ich daran denke wie wir jeweils in Südfrankreich eine halbe Stunde im Stau standen bis zum Meer, ist es einfach genial. De Haan ist sehr schön, viele schmucke ältere Häuser, auch am Strand eine schöne Promenade. Viele Leute, natürlich und nicht so einen grossen Strand. In einem netten Restaurant assen wir auf Einladung von Cathy’s Taschengeld Z’Nacht, ach war das fein! Danach rollten wir uns zum Tram und nach wackelten nach Hause. Für 5 Euro.

Plopsaland

Aus der Sicht der Kinder (okay, der grossen Kinder wohl auch ein wenig) war heute der Höhepunkt: Das Plopsaland! Belgiens grösster (und teuerster) Freizeitpark! Bei der Anfahrt steckten wir schon im Stau, Cathy machte noch Witze, ob die alle auch dort hin wollen. Leider war es so! Also heute sind wir vor allem angestanden. Aber ein paar coole Bahnen hatte es schon. Auch spezielle Einfälle: So fährt die Parkbahn mitten durch einen Streichelzoo. Vorher kann man Futter kaufen und die Tiere kommen dann zum Waggon und lassen sich füttern. Irgendwann fährt dann der Zug wieder an und die Ziegen und Schafe springen halsbrecherischh neben dem Zug her, ich weiss ja nicht wieviele Tiere die jeden Abend ersetzen müssen. Anouk ist was Achterbahnen angeht eine richtige Wildsau, diese Gene hat sie wohl von Xaver geerbt. Noel (und Dave) sind ein wenig vorsichtiger. Zum ersten Mal machte das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung, statt leichten gab es schweren Regen (wir natürlich alle im T-Shirt). Zum Glück gab es diese fancy orangen Regenponchos zu kaufen (nein ich sag nicht zu welchem Preis), die uns durch das schlechte Wetter brachten. Wo wir die Hoffnung auf Sonne schon fast aufgegeben hatten, kam doch noch Licht und vor allem Wärme! So flitzen wir die Achterbahnen herunter (Noel O-Ton: Weisch das isch jetzt chli schnäll gsi) und drehten uns wild im Kreis. Die Ponchos gingen nach einem Nachmittag schon kaputt (wen wunderts) aber die Sonne gab nun nicht mehr nach. Es ist ein schön gemachter und vielseitiger Park, Ideen die ich bis jetzt so noch nie gesehen hatte. Erschöpft und müde machten wir uns auf den Weg zum Auto. Bei der Parking Ausfahrtsschranke hatte es einen Holländer, der vergessen hatte sein Ticket zu lösen. So liess er das Auto mit der rauchenden Tussi auf dem Beifahrersitz stehen und ging fluchend zur Kasse, obwohl sich hinter ihm eine grosse Schlange bildete. Nach 10min kam er wieder zurück, ein Wunder, dass er von den Wartenden nicht angefahren wurde… Die Kinder spürten wohl nicht mal mehr den Aufprall ins Bett, und ich gleich auch nicht mehr.

Belgique Inside Part II

Da heute einmal mehr ein ereignisloser Strandtag vorbeiging (gut, immerhin wurden 3 unserer Sandburgen Opfer der Flut), werde ich einmal eine kleine Zwischenbilanz ziehen. Ein paar Zahlen vorweg: Bis jetzt haben wir 16 Portionen Frites, 12 Waffeln und 5 (von 400) Biersorten ausprobiert. von 80 möglichen Saucen zu den Frites sind wir bis jetzt bei 6. Wir haben also noch einiges vor!

Die Belgier: Bis jetzt eher schwierig einzuschätzen. Sie machen einen eher zurückhaltenden, aber freundlichen Eindruck. Mehr kann ich dazu bis jetzt noch nicht sagen. Sie können uns aber auch nicht so gut einschätzen, Cathy wurde in Brüssel für eine Einheimische gehalten und heute am Kiosk hielten sie uns für Luxemburger 🙂

Essen: Obwohl wir uns bis jetzt eher einseitig ernährt haben, muss ich sagen dass die Küche doch einiges hergibt. Es gibt noch viel zu entdecken.

TV: Das Fernsehen hier ist so schlecht, das es nur noch vom Nordkoreanischen Staatssender übertroffen wird. 400 Sender Digital TV aber nur Schrott. Es scheint, dass die gesamten Benelux Länder nicht wegen des Klimawandels sondern wegen der schlechten Unterhaltung zu Grunde gehen werden.

Preise: In den Touristenorten wird man schon zur Kasse gebeten. Erstaunliches gibt es dafür beim ÖV, Parking (Das Parkhaus im zentrigsten Zentrum von Brüssel kostete nur 17 Franken für 6h am Freitagnachmittag) und verschiedene Attraktionen für die Kids sind durchaus zahlbar. Z.B. ein Velo oder Go-kart Drom für 2 Euro die halbe Stunde. Lebensmittel u.ä. sind etwa gleich teuer wie bei uns.

Sauberkeit: Doch positiv überrascht. Für WC’s muss man meistens (auch im Carrefour) 30 cents bezahlen, dafür sind sie immer sauber. so wird man wenigstens das Münz los…

Meer: Langer und breiter Strand, schöne Wellen, keine Algen oder Schlamm, dafür etwas kalt. Sonst aber ideal.

Kultur: Sucht seinesgleichen! (okay, den Zentralplatz in Biel mal ausgenommen:-)

Reisezeit: Genug warm ist es wahrscheinlich nur im Juli / August. Ausserhalb dieser Monate läuft auch wenig bis gar nichts.

Von Hérge nach St. Catherine, oder die Essenz von Brüssel

Da waren wir also, im Zentrum von Europa (nicht im Herzen natürlich wie bei uns). Leider konnten wir das Verprechen mit der Schweizerfahne vor dem EU- Parlament nicht einlösen, das lag nicht auf unserem Weg. Dafür fanden wir zielsicher das Zentrum, Cathy am Steuer und Dave vor der Karte (GPS sind sooo überbewertet!) Tim und Struppi, Lucky Luke, Gaston, Spirou, Soda… sie alle sind Belgier! Vereint im Comicsmuseum in Brüssel. Mit der Metro fanden wir schnell dahin. Es hielt leider nicht ganz, was es versprach. Natürlich war es faszinierend einen original Lucky Luke zu lesen oder eine Skizze von Kaptain Haddock zu betrachten, aber für die Kinder gab das Museums zu wenig her. Da könnte man mehr draus machen. Dafür haben wir dann den halben Museumsshop leer gekauft (also vor allem Dave der jetzt fast kein Taschengeld mehr hat). Danach mit dem Tram zum grossen Park mit dem Königspalast, der zwar schon gross war aber nicht so schön, da zog der Spielplatz im Park schon mehr. Das Verkehrsnetz ist übrigens gut ausgebaut, nur das Rollmaterial, na ja, nie mit dem Kinderwagen nach Brüssel! Der Manneken Pis durfte auf unserem Rundgang nicht fehlen. Aber das Geschrei um diese kniehohe Figur, ich weiss nicht. Scheint der Bruder der Meerjungfrau von Kopenhagen zu sein, die ist etwas gleich klein. Noël fand sie trotzdem lustig, wir haben sie aber nicht nachgespielt. Beindruckend war der Ratshausplatz, wie in einer anderen Zeit kam sich vor. Ringsum fantastische Fassaden mit unendlich vielen Verzierungen. Der Reichtum vergangener Zeiten lässt sich nur erahnen. Vor der Heimfahrt drehten Anouk und Dave nochmals eine Runde mit der Metro, und kamen beim Place St. Catherine vorbei (wusste gar nicht, dass Catherine eine Heilige ist 🙂 Die U-Bahn hat Anouk sehr fasziniert, das hat sie von Papa…

Brüssel ist eine vielseitige Grossstadt, leider durch viele Neubauten (wegen der EU und so) verschandelt, zum Teil stehen riesige Bürokomplexe leer und verfallen. Aber immer wieder kann eine schöne Gasse oder eine lauschige Ecke entdecken. Das historische Zentrum beschränkt sich auf einen Platz, das sehr eindrücklich ist, aber Brugge gibt da natürlich mehr her. Die riesigen Häuser und die endlosen Häuserzeilen haben uns alle beeindruckt. Den Weg hinaus fanden wir übrigens auch wieder, ohne Probleme (GPS sind so, ach ihr wisst schon….)

Im Hafen von Zeebrugge

Wir haben uns zum ersten Mal getraut, mit dem Küstentram zu fahren. Die längste Strassenbahn der Welt, die alle Küstenorte in Belgien verbindet. Die Fahrpreise waren auch okay, wenn auch das Ticketsystem sehr umständlich ist: Anouk bekam ein Ticket hin und zurück. Cathy und ich je eines für die Hinfahrt. Dann nochmals zwei für zurück, die man dann entwerten musste. Beim Stempelautomat musste zusätzlich noch einmal die Anzahl Zonen angegeben werden. Fast so kompliziert wie die Verkehrsbetriebe Biel. Das Trassée der Bahn hat allerdings seine besten Tage schon hinter sich, zwischendurch hatte ich Angst, der Waggon springe aus der Schiene… In Zeebrugge sind wir eine Station zu weit gefahren, was aber nichts ausmachte, da wir die spektakulären Ziehbrücken sonst nicht gesehen hätten. Bei einem griechischen Restaurant assen wir zu Mittag. Ich habe den Eindruck, dass sich alle heimlich fragen, woher wir wohl kommen mögen. Französisch fragen und nachher dieser seltsame Dialekt. Übrigens, Els, die Frau von Corneel hatte in der Schweiz einen ziemlichen Schock. Sprachlich sonst sehr gewandt, hat sie angenommen, dass sie die Schweizer sofort verstehe. Beim ersten Mal im Bistro in Lyss hat sie dann aber kein Wort verstanden (umägäh gilt!) und fragte mich entsetzt am Telefon, was denn das für eine Sprache sei? Tja gäll, Bärndütsch äbä, aber s’chunnt eifach!! Wir machten anschliessend eine Hafenrundfahrt. Die riesigen Container- Anlagen, Fracht und Fährschiffe waren sehr eindrucksvoll. Da kamen wir alle nicht mehr aus dem Staunen heraus. Noel wollte sofort als Matrose anheuern. Leider gab es ausser am Anfang (mit romantischem Mövengekeife untermalt) keine weiteren Kommentare, was ich sehr schade fand. So einiges hätte mich noch genauer interessiert. Wenigstens fragte Anouk einem keine Löcher in den Bauch wie sonst. Am Abend machten wir noch einen Spaziergang am Meer. Selbst die Betonwüste sah im Abendlicht ein wenig freundlicher aus, und ehrlich gesagt, ist das Meer ja eigentlich überall schön.

Brügge sehen und sterben…?

Dies der Titel DES Films des Jahres 08. Sehr sehenswert, vorausgesetzt, man verfügt über schwarzen Humor. Der Hauptdarsteller des Films ist die Stadt Brügge, die bei mir den Ausschlag gab, nach Belgien in die Ferien zu fahren. Einst grosse Hafenstadt, stinkreich geworden mit dem Tuchhandel, dann wieder in Vergessenheit geraten und ein paar Jahrhunderte später wieder aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Dadurch hat sich das Mittelalterliche Stadtbild bis heute erhalten (das älteste Haus ist aus dem 13 Jh.). Verschlungene Kanäle und enge Gässchen, riesige Kirchen und Prunk und Protz vergangener Zeiten gab es zu bestaunen. Selbst Noel der ja soo gerne zu Fuss unterwegs ist, liess sich motivieren. Wir wurden nicht enttäuscht, wir alle waren angetan von der Kulisse und der Szenerie. Für einmal hat der Reiseführer nicht zuviel versprochen. Mit dem Zug angekommen (der Preis stimmte, der Rest, na ja. Ich weiss jetzt wenigstens, wo unsere Steuergelder hinfliessen, gell Moritz!) machten wir uns auf den Weg ins Zentrum. Mit Cathy’s Instinkt fanden wir eine Anlegestelle für die Kanalfahrten, worauf sich Noel schon lange freute. Ein Erlebnis, und noch anständig im Preis. Danach gings auf den Belfried, 356 Stufen hoch, die Anouk locker meisterte, im Gegensatz zum Papa. Die Aussicht oben war ein wenig enttäuschend, da vergittert. Das Highlight war der mechanische Antrieb der 75 Glocken für das Turmspiel, Noeël’s Lieblingsort. Nach der Zmittagspause gingen wir in die Basilika des heiligen Blutes, wo angeblich eine Phiole mit dem Blut Christi aufbewahrt wird. Man konnte sich anstellen, um die Reliquie zu berühren (und nachher etwas für das Gotteshaus „spenden“). Schwierig Anouk zu erklären, was eine Reliquie genau ist. An die Theologen unter uns, falls ihr gerade eine Erklärung auf Lager habt, nur zu! Noch schwerer zu erklären war, warum wir uns auch nicht anstellen. Wir haben stattdessen eine Kerze in der Basilika angezündet (an Hans, bitte auf der Karte vermerken). Danach sind wir in den Königin Astrid Park, wo es einen sehr schönen Spielplatz hatte, wo wir lange verweilten und die Kids sich austoben konnten. Mit schweren Beinen Richtung Bahnhof, wo Cathy alle Motivationskünste aufbringen musste, damit die Kinder bis zum Ende liefen. (Für Insider: Die Alkoven haben wir nicht gefunden…) Zum Schluss ein Zitat aus dem Film: „Doch, ich muss sagen, eine schöne Stadt, ich bin froh, dass ich sie sehen durfte!“ Dem können wir uns nur anschliessen.

Am Strand

Ich habe den Eindruck, dass das Strandleben in Belgien doch noch von Interesse wäre, es gibt nämlich auch hier ein paar Eigenheiten. Zuerst einmal die Strandpromenade von Blankenberge. Man muss wissen, das die 10 Mio Belgier und die vielen Touristen relativ wenig Strand zur Verfügung haben. Der Küstenstreifen ist somit eher knapp bemessen. So braucht es viele Unterbringungsmöglichkeiten, was zu einer hässlichen Betonwüste am Strand geführt hat. Es scheint, als hätten die Architekten einen Wettbewerb laufen, wer bei erhöhtem Alkoholgehalt noch ein Haus zeichnen kann. Flanieren ist somit nicht die optimale Tätigkeit an diesem Strand. Dafür ist der Sand sehr sauber (Hunde verboten, von denen hat es übrigens nicht so viele wie in Frankreich) und ziemlich breit, optimal zum baden. Es geht sehr lange, bis das Wasser tief wird, soweit sind wir noch nicht gekommen. Flut und Ebbe sind nicht zu unterschätzen (Für Insider: Tiedenhub immerhin 4m), heute konnten wir im letzten Moment unsere Badetücher retten (Hab mich noch gefragt, warum alle anderen so weit hinten liegen…). Ebenfalls wurden zwei unserer Sandburgen Opfer der Flut, was Anouk sehr spannend fand. Wenn es nicht windet, so wie heute, ist es angenehm warm bis heiss. Das Wasser eher kälter, aber wenn man mal drin ist gewöhnt man sich dran. Das Beste sind die Lifeguards. Der Strand hier gehört schiints zu den sichersten Europas. Mit dieser Armada von Baywatchern glaube ich das sogar. 2 Sitzen auf einem Türmli, einer beim Auto, 1-2 am Strand selber und dann noch ein Patrouillenboot, das alles pro Strandabschnitt. Man fühlt sich schon ein wenig wie an der WM in Südafrika, da sie alle mit Tröten ausgerüstet sind. Wehe, man schwimmt ein wenig zu fest links oder zu weit raus: Trööööööt! Falls immer noch keine Reaktion kommt, wird man mit dem Boot an das Ufer gedrängt. Laut dem Reiseführer sind sie die Besten Lifeguards wos je hät gits, und auch optisch kann man(n) und Frau sich nicht beklagen. Bevor der PC nun ausgeschaltet wird, schaut wohl jeder/jede auf Wikipedia nach, was ein Tiedenhub ist:-)

Belgium inside part I

Ich könnte jetzt über den schönen Strandtag schreiben, den Wind, die grossen Wellen und die Sonne. Das kennt ihr aber sicher schon, woher auch immer. So werde ich nun auf die bisher beobachteten Eigenheiten dieses für mich vorher unbekannten Landes eingehen. Die Autobahnen hatten wir schon, kommen wir zum zweiten typischen Eigenschaft, die dieses Land hat:

1.Die Sprache oder besser gesagt die Sprachen. In den Ardennen wurden wir mit schönstem Schulfranzösisch verwöhnt, da hätte sogar Xenia Hönig ihre Freude an mir bekommen! Soweit kein Problem, es hat auch niemand Englisch mit uns gesprochen (wie jeweils in Südfrankreich). Kaum waren wir über die Sprachgrenze, wurde es kompliziert. Flämisch lesen, okay, das kann man sich noch zusammenreimen. Reden keine Chance. So haben wir nun eine Wette laufen: Catherine beginnt jeweils auf Englisch, ich auf Französisch (wobei hier eine gewisse, mir bekannte Abneigung, gegenüber dem Französischen erkennbar ist). Bis jetzt ist es etwas 50:50, mit welcher Sprache man erfolgreicher ist. Das Dumme ist nur, wenn das Gegenüber fast perfekt Deutsch könnte… Nun ja, es ist auf jedenfall spannend. Die  Flämischen Ausdrücke sorgen regelmässig für Lacher, so heisst das Spital hier „Zieckenhujs“, was ja dem eigentlichen Sinn sehr nahe kommt:-), oder heute am Strand hat ein Vater seinen Sohn mit „gopfertori“ zusammengestaucht, soll man jemand sagen, berndeutsch sei nicht international!

2. Einkaufen: In dem von Corneel empfohlenen Laden waren wir heute einkaufen. Es übertraf meine schlimmsten Befürchtungen. Der Eingang hat knapp Platz für einen Einkaufswagen, der Laden selber überfüllt, die Schlangen bildeten sich quer durch den Laden, wie beim Weihnachtsverkauf. Im Innern ist der Spruch „Das Auge kauft mit!“ noch nicht so durchgedrungen, es sah aus wie an einer Armeeliquidation der somalischen Streitkräfte, düsteres Neonlicht, meterhohe Metallregale, verwirrende Anordnung und sehr sehr eng. Alle 1o Sekunden fährt ein Gabelstabler quer durch den Laden um die Gestelle aufzufüllen, an die sowiso niemand ran kommt.  Der Joker war der Gemüse – Früchte raum. Voll klimatisiert auf ca. -5 Grad, nach zehn Sekunden sind die Finger steif gefroren und unfähig, einen Beutel mit Gemüse zu füllen. So haben wir nur bereits abgepacktes Gemüse gekauft, dass dann doch wieder an der Kasse auf die Waage musste… Beim Fleisch hat es ein riesen Schaufenster, bei dem muss ein Bestellzettel ausgefüllt werden und irgendwann kann man es dann abholen. Convinience for you!! Wir gingen danach in den (laut Corneel) teureren Laden, der genau so eng und überfüllt war, dafür schöner und so teuer wie bei uns. Morgen gehen wir ins Carrefour, nämlech, gopfertori nochmals!!

On de straat

So gings denn nun gen Blankenberge, auf der belgischen Autobahn, die leider nur in der Nacht beleuchtet ist. 3 spurig geradeaus, so macht Autofahren spass. Ein weiterer Zwischenhalt legten wir in der wallonischen Hauptstadt Namur ein. Dort gab es eine grosse Festung zu besichtigen, auf der wir uns schnell verlaufen hatten. So gerne wollten wir doch auf den Spielplatz! Anouk hatte die rettende Idee, den Strassenzug zu nehmen (Bimmelbahn auf gut Flämisch) und so erreichten wir unser Ziel doch noch. Nach austoben und klettern nahmen wir wieder die Bahn nach unten, und sie da, sie hielt vor unserem Auto! So gings weiter bis an die Küste, das Haus und den Schlüssel hatten wir schnell gefunden und nahmen (3!) Etagen in Beschlag. Die Treppen sind ein wenig eng, sonst ist es sehr hübsch eingerichtet und hat einen sehr schönen Garten. Die Möbel sind fast alle von Ikea, man könnte meinen, man besuche einer dieser Modellwohnungen, die jeweils in der Ikea ausgestellt sind. Sehr sauber, nicht ganz so praktisch, aber sonst wirklich gut. Dem Meer mussten wir auch noch Hallo sagen (Anouk musste noch ins Wasser springen) und dann haben wir eben im „Super Quartz Shop“ den Adapter gefunden, der diese Zeilen erst ermöglicht, da wir unserern eigenen Laptop mitgenommen haben. Bis morgen!

Die Anreise

Also eigentlich fing es schon am Freitagabend im Brügg – Center an. Wir wollte noch letzte Dinge für die Reise einkaufen. Als ich noch einmal zum Auto ging, sah ich, dass es vorne rechts einen platten Reifen hatte. Die Migrol – Garage hatte eben zugemacht.. Aber sie waren so nett, und machten wegen uns noch Überstunden. Somit lief unser  Ford wie ein Uhrwerk in Richtung Belgien. Die Kinder waren sehr glücklich, dass es endlich losging (In 3 Minuten Intervallen seit dem Aufstehen fragten sie: Wann gehen wir endlich?). Wir kamen gut voran, um die Mittagszeit überquerten wir die belgische Grenze (oder das was seit Schengen noch davon übrig ist) und machten unseren ersten Halt in Rochefort in den Ardennen. Ein nettes kleines Dörfchen, unser Hotel war sehr schön altmodisch eingerichtet, ein einziges Brockenhaus. Zum Zvieri gabs natürlich Waffeln, die Waage wird sich bei meiner Ankunft zu Hause dann wohl lieber selbst zerstören wollen. Unser erster Eindruck ist überraschend gut, sauberer und freundlicher als in Frankreich und trotzdem ein eigener Stil. Wir sind gespannt was wir alles noch entdecken werden. Müde, aber zufrieden schliefen wir unsere erste Nacht im Königreich Belgien.

Homelink zum Zweiten!

Nach einigen technischen Schwierigkeiten haben wir es doch noch geschafft, unseren Blog weiterzuführen! An fast alles haben wir gedacht, aber nicht an den Adapter für das Stromnetz… Überall haben wir nachgefragt, niemand hatte einen. „Ca, j’ai jamais vue…“ war die Standartantwort. Am Abend gingen wir noch in die Stadt ins Zentrum, und dort, in so einem Touristen – Grümscheli Laden hatten sie einen, für 5 Euro!! Sachen gibts, nun denn. So sind wir nun hoffentlich regelmässig wieder online, freuen uns über nette Kommentare und interessierte Leser. tot ziens!